Keine konstruktive Stimmung seitens des Senats
Bezirk fordert gesamtstädtische Untersuchung für Hochhausbau

Die Skyline der City West wird sich verändern. Die Frage ist nur: Wie? Auf die Antwort würde der Bezirk gerne Einfluss nehmen.
  • Die Skyline der City West wird sich verändern. Die Frage ist nur: Wie? Auf die Antwort würde der Bezirk gerne Einfluss nehmen.
  • Foto: Matthias Vogel
  • hochgeladen von Alexander Schultze

Der Bezirk zeigt mit einem Positionspapier klare Kante bezüglich der Neuplanung des Areals Hertzallee Nord durch den Senat. Er befürchtet den überhasteten Bau von Hochhäusern.

Die erste verwaltungsinterne Abstimmungsrunde beim Senat vor drei Wochen sei „irritierend“ und „beunruhigend“ gewesen, erklärten Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) und Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) bei einem Pressegespräch im Rathaus.

Die Bereiche nördlich und südlich der Hertzallee (BIMA-Gelände) sowie der Hardenbergplatz müssen neu gestaltet werden. Weil der Senat dieser Fläche eine herausragende städtebauliche Bedeutung für die City West beimisst, hat er die Planungshoheit an sich gezogen. Vier Hochhäuser nördlich der Hertzallee hat die Senatsverwaltung derzeit im Sinn. Dort, wo jetzt der Busbahnhof der BVG ist, möchte Investor Oliver Reiß ein 100 bis 120 Meter hohen Tower mit Studentenwohnungen und Büros bauen, dazu kämen drei Hochhäuser auf dem TU-Gelände dahinter, eines würde 80 Meter in den Himmel ragen, zwei 60 Meter.

Gesamtstädtische Betrachtung
fehlt aktuell völlig

In einem Schreiben vom 20. März teilte Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) dem Bezirk die Kriterien für neue Hochhausstandorte mit, geltend für die Zeit bis zur Verabschiedung des Hochhausleitbildes durch das Abgeordnetenhaus, unter Berücksichtigung einer gesamtstädtischen Betrachtung. „Und diese Betrachtung fehlt bisher völlig, das hat uns sehr irritiert“, sagte Schruoffeneger. Eine Skizze der Planungen habe der Bezirk nicht erhalten. „Die Stimmung ist nicht konstruktiv.“

Zusätzlich beunruhigend war für die Bezirksvertreter, dass bei der verwaltungsinternen Abstimmungsrunde Reiß mit am Tisch saß. „Wenn bei einem internen Gespräch über ein Bauvorhaben der Investor eifrig mitschreibt, wie viel Fläche die Gutachter maximal für möglich halten, habe ich anschließend eine schwierige Diskussionslage. Wir haben die gesamtstädtische Einordnung gefordert und als Antwort bekommen, man wolle zunächst die potentiellen Bauherren fragen, was sie sich denn so vorstellen können. Das ist die falsche Reihenfolge“, sagte Schruoffeneger. Grundsätzlich sei der Bezirk sehr offen für weitere Hochhausstandorte, ergänzte Naumann. „Wir müssen uns angesichts knapper Grund- und Bodenressourcen klug weiterentwickeln, gerne auch in die Höhe. Aber wie wird dieses ‚klug‘ definiert?“ Von der inhaltlichen Substanz der Debatte sei man bis jetzt enttäuscht.

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