Muss „Starbucks“ schließen? Bezirk will Bahnhofsbude abräumen

Böses Blut um eine Bude: Das Bezirksamt stört sich an der rustikalen „Starbucks“-Niederlassung der Stadt.
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Charlottenburg. Üblicherweise mietet „Starbucks“ vollwertige Lokale an. Doch auf dem Hardenbergplatz am Bahnhof Zoo bezog das US-Unternehmen eine selbst aufgestellte Bude – und wird diese womöglich räumen müssen.

Bauarbeiten an den „Zooterrassen“, versperrte Eingänge, Menschen, die zwischen Zügen und Bussen hin und her hasten – es sind unübersichtliche Zeiten auf dem Vorplatz des Bahnhofs Zoo. Und mitten in diesem Getümmel eröffnete nun vor einigen Monaten „Starbucks“ eine seiner wohl ungewöhnlichsten Filialen. Heißgetränke kauft man hier an einer Bude, die Passanten aber zugleich den Weg verstellt.

Eine Anfrage des BVV-Wirtschaftsausschussvorsitzenden Roland Prejawa (Grüne) ergab nun, dass dieser Zustand beim Bezirk keine Zustimmung mehr findet. „Wir haben eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen“ erwiderte Stadtrat Marc Schulte (SPD). Mit dem Ergebnis, dass „Starbucks“ Widerspruch einlegte. Nun setzt Schulte wiederum nach und droht dem Kaffeeriesen ein Bußgeld an, sollte er die Bude nicht räumen.

Vereinbarung mit der Bahn

Die Angelegenheit scheint sich auch deshalb hinzuziehen, weil das Unternehmen mit der Deutschen Bahn eine Vereinbarung getroffen hat und für den Standort vor dem Bahnhof offenbar Miete bezahlt.

„Das bauzeitliche Provisorium der Marke ,Starbucks' war Voraussetzung für die Sanierung der Zooterrassen“, erklärt Bahn-Sprecher Gisbert Gahler die Situation. Und besagt damit: Wer vor Beginn der Bauarbeiten im Gebäude ansässig war, darf seine Geschäfte zeitweilig auf den Vorplatz auslagern. „Somit wird die fehlende gastronomische Einrichtungen des Bestandsmieters ersetzt und einem damit drohenden Personalabbau entgegengewirkt. Nach Fertigstellung der grundlegend ertüchtigten Mietfläche im Erdgeschoss wird Starbucks wieder in das Empfangsgebäude ziehen und sein Konzept in einem attraktiven Ambiente umsetzen“, begründet Gahler das Ziel der Übereinkunft. Wie „Starbucks“ sich in diesem Konflikt mit dem Bezirksamt verhalten will, war bis zum Redaktionsschluss nicht zu erfahren. tsc

Autor:

Thomas Schubert aus Charlottenburg

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