Privileg für Freiwillige? Landesjugendring fordert Sozialticket im Nahverkehr

Berlin. Wer ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) absolviert oder am Bundesfreiwilligendienst teilnimmt, muss in Berlin aus Sicht des Landesjugendrings zu viel für Bus und Bahn bezahlen.

Ein monatliches Taschengeld von etwa 300 Euro bekommen Jugendliche, die in Berlin einen Freiwilligendienst leisten – etwa im Rahmen eines FSJ oder des Bundesfreiwilligendienstes. Derzeit müssen sie im Monat 57 Euro beziehungsweise 44,50 Euro für ein Abo ausgeben, wenn sie regelmäßig mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind. So viel kostet ein Auszubildenden-Ticket, das auch ihnen zusteht.

Das ist aus Sicht des Landesjugendrings Berlin zu viel. „Wir wollen ein Freiwilligen-Ticket zu einem vergünstigten Tarif für die jungen Engagierten, zum Beispiel in Höhe des Berlin-Tickets“, fordert Geschäftsführer Tilmann Weickmann. Das Sozialticket (Berlin-Ticket S) kostet derzeit 37 Euro im Monat.

Der Landesjugendring beruft sich mit der Forderung auf den Koalitionsvertrag von CDU und SPD, in dem es heißt, dass die Anerkennungskultur für Freiwillige ausgebaut werden soll. „Ein günstigeres Ticket für den Nahverkehr wäre ein Schritt in die richtige Richtung“, so Weickmann.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung geht auf Anfrage allerdings nicht auf die Forderungen ein. Der Abo-Preis für das Azubi-Ticket liege bereits in der „Nähe“ des Berlin-Tickets S, sagt deren Sprecher Martin Pallgen und verweist an die Senatsverwaltung für Wirtschaft.

Dort heißt es, dass für die Verkehrsunternehmen durch Rabatte wie beim Berlin-Ticket S Einnahmeausfälle entstehen, die das Land Berlin ausgleicht. Und weiter: „Die Erweiterung des Berechtigtenkreises um die genannte Gruppe würde zu Mehrausgaben führen, für die ein Ausgleich im Rahmen des Doppelhaushaltes 2016/17 nicht zur Verfügung steht.“ jtw

Autor:

Jana Tashina Wörrle aus Charlottenburg

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