Eine "Variante für die Stadt"
Deges überrascht mit Kompromiss für den Anschluss Messedamm

Die neue Variante für die Anschlussstelle Messedamm: Zufahrt in Höhe Messe über den ehemaligen Avus-Parkplatz. Der Eichkamp-Siedlung im Westen bleibt ein Auffahrtsmonstrum in Höhe Jaffèstraße erspart.
  • Die neue Variante für die Anschlussstelle Messedamm: Zufahrt in Höhe Messe über den ehemaligen Avus-Parkplatz. Der Eichkamp-Siedlung im Westen bleibt ein Auffahrtsmonstrum in Höhe Jaffèstraße erspart.
  • Foto: Deges
  • hochgeladen von Matthias Vogel

Die Deges hat überraschend eine alternative Planungsvariante für den Umbau des Autobahndreiecks (AD) Funkturm vorgestellt. Demnach soll die neue Anschlussstelle Messedamm auf der Avus deutlich weiter nördlich gebaut werden – also nicht direkt an der Eichkamp-Siedlung.

Die bisherige Vorzugsvariante der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau Gesellschaft (Deges) hatte das Bild einer Anschlussstelle direkt an der Jaffèstraße gezeichnet – nur einen kräftigen Steinwurf von der Eichkamp-Siedlung entfernt und mit einer Belastung von fast 45 000 Fahrzeugen am Tag. Die Angst um ihre Lebensqualität hatte die Siedler zu einer Demonstration auf die Straße getrieben, mit ebenfalls vom Umbau betroffenen Bürgern aus Westend und dem Klausenerplatz-Kiez hatten sich 600 Menschen versammelt. Die Deges gibt nun an, bei der Erarbeitung der neuen Planungsvariante wesentliche Hinweise und Anregungen aufgegriffen zu haben, die im Zuge des Dialog- und Beteiligungsverfahrens zum Umbau des Autobahndreiecks eingegangen seien – auch die der Bürger. Die Alternative wurde zunächst mit der Senatsverwaltung für Verkehr als Auftraggeber der Planung, mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sowie mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf diskutiert.

Die Belange der Anwohner im Umfeld des AD Funkturm würden nun stärker berücksichtigt, teilt die Deges mit. Dafür werde die Leistungsfähigkeit für den Verkehr innerhalb des Autobahndreiecks, insbesondere auf der A115, verringert. Darüber hinaus müsse ein zusätzlicher Autobahnzubringer parallel zum Messedamm gebaut und Anpassungen im Autobahndreieck vorgenommen werden. Deges, Verkehrssenatsverwaltung und Bund hielten die Nachteile der „Variante für die Stadt“ für den Verkehr für vertretbar. Und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sowie der Bezirk könnten damit leben, dass durch den höheren Flächenverbrauch am Ende weniger städtebauliche Potenzialflächen zur Verfügung stünden, so die Deges.

Ein gelungener Kompromiss? Beim Treffen mit den beiden Senatsverwaltungen, dem Bezirk, den Bürgerinitiativen Eichkamp, Heerstraße und Klausenerplatz sowie der Messe Berlin und der IHK Berlin am 12. Mai bestand offenbar Einigkeit darüber, dass die Alternative deutliche Vorteile für die Stadt bietet und weiterverfolgt werden soll. Stimmen zur neuen Variante gibt es hier.

Autor:

Matthias Vogel aus Charlottenburg

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