Rüttelfreies Radeln
Spreeradweg in Charlottenburg wird endlich asphaltiert

Stöße, Staub und bei Regen Matsch: Das Radfahren entlang des Spreeradweges, hier der Abschnitt zwischen Röntgenbrücke und Siemenssteg, könnte komfortabler sein.
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Der Spreerad- und Wanderweg von der Charlottenburger Brücke bis zur Schlossbrücke soll im kommenden Frühjahr asphaltiert werden. Kein großer baulicher Akt und dennoch erwähnenswert, schließlich rammte der ehemalige Baustadtrat Marc Schulte (SPD) bereits 2014 symbolisch den Spaten in den Boden.

Ein Leser der Berliner Woche hatte sich daran erinnert und wollte wissen, was aus dem Vorhaben geworden sei.

Der Rad- und Wanderweg an der Spree führt in Berlin durch sechs Bezirke – von Treptow-Köpenick bis Spandau. Die von den Spreequellen bis nach Berlin führende Trasse ist nicht nur als Fernverbindung von Bedeutung, sondern stellt auch innerhalb des Stadtgebietes eine Ergänzung des Radwegeangebots dar, sowohl für den Ausflugs- als auch für den alltäglichen Berufsradverkehr. Der östliche Abschnitt von der Stadtgrenze bis zum Schlossplatz in Mitte ist so weit überholt und gut zu befahren. Die Projektsteuerung für den Ausbau des westlichen Abschnitts von Charlottenburg bis Spandau – also bis zur Mündung der Spree in die Havel – hat im Frühjahr 2018 die landeseigene Gesellschaft infraVelo übernommen.

Damals hatte der Bezirk den Teil des Weges, der auf seinem Gebiet liegt, bereits „angefasst“, weil tiefe Rillen das Radeln erschwerten und sich Radfahrer über Stöße, Staub oder Matsch beschwerten. Das Vorhaben geriet ins Stocken, weil ein Teil des Weges am Salzufer ein Stück am Landwehrkanal entlang geführt werden muss, da das Spreeufer in dem Bereich nicht zugänglich ist. Im Vorfeld der Baumaßnahme musste deshalb geprüft werden, wie sich der Ausbau des Rad- und Wanderweges auf die Uferbefestigung auswirkt. Ob jetzt die Mühlen der Verwaltung sehr langsam mahlten oder im Zuge der Neuwahlen 2017 und dem damit verbundenen Wechsel an der Spitze der Abteilung Stadtentwicklung das Projekt in den Hintergrund rückte, bleibt unklar.

Jedenfalls rutschte die Causa „rüttelfreier Spreeradweg“ in die Akten der Wasserbehörde der Senatsverwaltung. Die vermeldete nun, dass die Planungsfirma Rehwaldt Landschaftsarchitekten am 12. Juni dieses Jahres im Auftrag des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf Unterlagen in Bezug auf die Baumaßnahme bei der Wasserbehörde eingereicht hat. Eine Abstimmung mit dem Fachbereich Gewässerunterhaltung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sei vonnöten gewesen, um sicherzustellen, dass der Ausbau des Radwegs die Uferbefestigung nicht beeinträchtigt. Die Wasserbehörde hat der Baumaßnahme mit einem Schreiben vom 9. August zugestimmt, unter den Voraussetzungen, dass ein Nachweis der Lastverteilung an der Uferwand erfolge, die Verankerung der Uferbefestigung während der Bauarbeiten nicht beschädigt wird und am Ende die Last auf die Lager der Brücken nicht steige.

Weil der Bezirk mit dem Abschnitt bereits begonnen hatte, bleibt dessen Ertüchtigung trotz infraVelo-Federführung unter seiner Regie. Und Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Bündnis 90/Die Grünen) hatte für alle Nutzer des Weges frohe Kunde: „Wir haben mit dem Verfahren begonnen. Ausschreibung und Vergabe werden im März 2020 abgeschlossen sein. Die Asphaltierung ist dann in ein paar Wochen erledigt.“ Sein Vorgänger Marc Schulte freute sich damals über 2,1 Millionen Euro des Landes für das Projekt. „Die genaue Zahl habe ich gerade nicht parat, aber die Größenordnung passt.“

Stöße, Staub und bei Regen Matsch: Das Radfahren entlang des Spreeradweges, hier der Abschnitt zwischen Röntgenbrücke und Siemenssteg, könnte komfortabler sein.
Stöße, Staub und bei Regen Matsch: Das Radfahren entlang des Spreeradweges, hier der Abschnitt zwischen Röntgenbrücke und Siemenssteg, könnte komfortabler sein.
Autor:

Matthias Vogel aus Charlottenburg

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