Viel zu defensive Offensive
Schulbauten bleiben hinter Schülerzahlen zurück

Es wird viel in die Schulen investiert. Allein in diesem Jahr 40 Millionen Euro plus x. Aber das reicht nicht, um die erwarteten Schüler in den kommenden Jahren unterzubringen.

Deutlich wurde das zuletzt bei einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Umwelt, Verkehr, Klimaschutz und Immobilien sowie Schule und Sport. Thema: der aktuelle Stand der sogenannten Schulbauoffensive. Was vorgetragen wurde, klang allerdings eher defensiv und bei Grit Nitzsche sogar nach Land unter. Denn die Schulplanerin des Bezirks prognostizierte bei heutigem Stand bis 2025 eine Deckungslücke, die den Bau von wahrscheinlich einem halben Dutzend neuer Gebäude nötig machen würde.

Bei den Grundschulen zeigt sich das Problem schon länger im Bereich Friedrichshain. Auch in Kreuzberg, wird es, wenn auch abgeschwächt, in Zukunft zum Thema. Beim Höhepunkt in sechs Jahren wird mit einem Defizit von 19 Zügen, also Klassen pro Jahrgang, gerechnet.

Ähnlich katastrophal sieht es bei den Gymnasien aus. Dort summiert sich das Minus auf 13 Züge in 2025. Und selbst an den Sekundarschulen, wo es bisher noch Kapazitäten gibt, ist bis dahin eine Unterdeckung von sechs Zügen zu erwarten.

Container als Notlösung

Das alles, obwohl auch in Friedrichshain-Kreuzberg neue Schulen geplant werden. Aber bis sie fertig sind, dauert es zu lange. Bestes Beispiel dafür ist der vorgesehene Neubau des Heinrich-Hertz-Gymnasiums am Ostbahnhof. Er ist schon deshalb ein Herzstück der gesamten bezirklichen Schulbauoffensive, weil dadurch das bisherige Hertz-Gebäude an der Rigaer Straße frei wird. Dort soll es dann eine weitere Grundschule für den Friedrichshainer Nordkiez geben. Allerdings ist derzeit mit einem Umzug des Gymnasiums nicht vor 2026 zu rechnen. Und damit käme diese Entlastung viel zu spät. Das Vorhaben müsse viel früher realisiert werden, war deshalb einmal mehr die Forderung im Ausschuss.

Selbst wenn das passieren sollte, sind trotzdem noch Provisorien, Not- oder Zwischenlösungen nötig. Container sollen verstärkt zum Einsatz kommen, zusätzliche kleinere Erweiterungen vorgenommen werden. Dazu gehört auch, einst abgegebene Schulgebäude wieder zurückzuholen.

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