„Wasser marsch“ nach Vierteljahrhundert
Brunnen an der Karl-Marx-Allee ist wieder in Betrieb

An der Karl-Marx-Allee sprudelt es wieder.
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Die ursprüngliche Brunnenanlage stammt aus dem Jahr 1961. 1992 wurde sie stillgelegt und war seither nur noch als Trockendock, eher Torso, vorhanden. Bis zum 18. Juni.

An diesem Tag drückten gegen 15.30 Uhr Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke), Baustadtrat Florian Schmidt (Bündnis90/Grüne), Wasserbetriebe-Chef Jörg Simon und Hilmar Schädel, scheidender Leiter des Grünflächenamtes, auf einen roten Knopf. Danach sprudelten die Fontänen an der Karl-Marx-Allee 70 nach mehr als einem Vierteljahrhundert Pause wieder.

Eigentlich hätte zu dieser Zeremonie auch noch eine Vertreterin oder Vertreter der Anwohner gehört. Denn die waren es vor allem, die sich in den vergangenen Jahren für das Reaktivieren der drei Brunnenbecken eingesetzt hatten. Etwa bei einem Vor-Ort-Termin im Jahr 2017. Zu dieser Zeit sah auch die Verwaltung endlich eine Möglichkeit, dieses Anliegen umzusetzen.

Was mit veränderten Rahmenbedingungen zusammenhing. Besonders wichtig: Es stand Geld für den Umbau zur Verfügung, konkret aus dem Stadtumbauprogramm der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Aus diesem Topf werden Infrastrukturmaßnahmen in einem Neubau- oder Nachverdichtungsgebiet finanziert.

Der Brunnen gehört zum Bereich Friedrichshain-West. Dort sind seit Jahren weitere Wohngebäude geplant. Wie mehrfach berichtet, stießen vor allem Art und Umfang des Vorhabens zunächst auf erbitterten Widerstand. Inzwischen wurde ein partizipatives Beteiligungsverfahren auf den Weg gebracht. Ganz wichtig dabei sind auch Investitionen im Umfeld. So wie der Brunnen, dem ersten Projekt unter diesem Label in Friedrichshain-West. Dafür gab es 1,5 Millionen aus dem Stadtumbauprogramm, denn er sei ein Beispiel für allgemeinen Nutzen, strich Katrin Lompscher heraus. Auch für diejenigen, die noch herziehen werden, denn dass es in diesem Gebiet weitere Wohnungen geben wird, machte sie ebenfalls deutlich. "Da beißt die Maus keinen Faden ab".

Ebenfalls begünstigt wurde die Sanierung durch die Berliner Wasserbetriebe. Die sind seit 2016 in einer zunächst als Modellprojekt gestarteten Kooperation für den Brunnenunterhalt in Friedrichshain-Kreuzberg zuständig. Das bedeutet nicht nur finanzielle Entlastung, sondern auch Know-how, auf das der Bezirk zurückgreifen kann. Was sich gerade am Beispiel der Anlage an der Karl-Marx-Allee zeigte.

Mit ihr seien jetzt 46 Brunnen in Friedrichshain-Kreuzberg in Betrieb, erklärte Jörg Simon. Und neben dem Wasserbereich wurde auch die umliegende Grünfläche neu gestaltet, etwa durch Stauden und Rollrasen. Dazu gab es neue Sitzbereiche und Plattenbeläge. Der benachbarte Wohnblock erhielt einen barrierefreien Zugang. Und für zumindest etwas bessere mikroklimatische Bedingungen an der viel befahrenen Allee soll der Brunnen samt Umfeld ebenfalls sorgen.

Seine drei Becken sind jetzt, gemäß der geltenden Vorschriften, nur noch maximal 30 Zentimeter tief. Einst waren es 90 Zentimeter. Die Gefahr des Ertrinkens soll dadurch minimiert werden. Als Planschbecken sind sie aber ohnehin nicht vorgesehen. Woran sich bei der Wiedereinweihung nicht alle Besucher hielten.

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