Gefühlt weniger Bauvolumen: Die "Urbane Mitte" wird aus sieben Hochhäusern bestehen

Die Skyline der Urbanen Mitte nach dem Entwurf von Ortner & Ortner. Foto: Ortner & Ortner/Stephen Weber
2Bilder
  • Die Skyline der Urbanen Mitte nach dem Entwurf von Ortner & Ortner. Foto: Ortner & Ortner/Stephen Weber
  • Foto: Ortner & Ortner/Stephen Weber
  • hochgeladen von Thomas Frey

Kreuzberg. Das Großprojekt "Urbane Mitte" am Bahnhof Gleisdreieck soll jetzt in die Beteiligungsphase der sogenannten "Träger öffentlicher Belange" gehen.

Allerdings erst dann, wenn der Stadtplanungsausschuss und nach ihm die BVV diesem weiteren Schritt in Richtung Baugenehmigung zustimmen. Bei der Ausschusssitzung am 4. Oktober wurde das Votum auf Antrag der Linken zunächst vertagt, denn zuvor hatte es noch den einen oder anderen Klärungsbedarf gegeben. Der betraf zum Beispiel das Bauvolumen von 119 000 Quadratmetern. Ursprünglich sei eine Größenordnung von 100 000 Quadratmetern angegeben worden. Die werde jetzt um fast 20 Prozent überschritten.

In die Höhe

Warum das so ist, erschloss sich auch nach mehreren Nachfragen nicht vollständig. Ein Erklärung: Bereits vorhandene Bauwerke müssten ebenfalls mit einberechnet werden. Vor allem die bisher unzugänglichen Bahnviadukte, die öffentlich nutzbar werden sollen. Die Quintessenz: "Gefühlt" handle es sich um weniger Volumen als in der Realität.

Die Baumasse ist vor allem auf Höhe angelegt – in Gestalt von sieben Hochhäusern vom Siebengeschosser bis zu zwei 90-Meter-Türmen.

Der Drang nach oben ergibt sich nicht zuletzt wegen der Form des 43 000 Quadratmeter großen Grundstücks. Es erstreckt sich vom U-Bahnhof Gleisdreieck entlang der ICE-Trasse in Richtung Süden. Auch die geplante S-Bahnlinie 21 soll eines Tages dort unterirdisch durchführen. Außerdem gibt es neue Zugänge zur U-Bahn. Und schließlich sei Wert auf genügend Frei- und Aufenthaltsflächen gelegt worden, erklärte Dr. Markus Vogel, dessen Beratungsbüro für die Projektbetreuung verantwortlich ist. Investor ist die Copro-Immobiliengruppe. Der Siegerentwurf der Architekten Ortner & Ortner habe gerade diese Vorgaben am besten erfüllt. Das Ziel sei ein lebendiges Quartier mit Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten, etwa einer Markthalle. Auch Sportangebote soll es geben.

Keine Wohnungen geplant

Geplant wird die "Urbane Mitte" als reines Büro-, Gewerbe- und Dienstleistungsquartier. Gewohnt werden kann höchstens in einem etwa 12 000 Quadratmeter großen Hotel. Die Idee, zumindest einige Appartements zu errichten, sei verworfen worden, betonte neben Vogel auch Stefanie Schellin vom Büro Freie Planungsgruppe Berlin, das sich im Auftrag des Bezirks um das Bauvorhaben kümmert. Der Grund: In der Umgebung ist es zu laut zum Wohnen. Nicht nur die Bahnstrecken sorgen für hohe Lärmpegel, sondern auch die benachbarte Station Berlin.

Stattdessen sollen zum Beispiel Start-ups einziehen. Aber auch Handwerksbetriebe könnten Platz finden. Ebenso wie Künstler, für die an der Luckenwalder Straße ein Atelierhaus zu bezahlbaren Mietkonditionen errichtet wird. Der Raum für die Kunst unterstreiche, dass kein geschlossenes Geschäftsviertel entstehe, betonte Markus Vogel. Und nicht nur in diesem Fall sei auf die Anregungen und Wünsche während des Beteiligungsverfahrens eingegangen worden.

Verkehrschaos befürchtet

In der Frühphase hatte es Fach- und öffentliche Konzeptworkshops zu dem Projekt gegeben. Manche Ideen fanden dort Berücksichtigung. Aber nicht alle. So war der Hochhausbau teilweise sehr kritisch gesehen worden. Aktuell gab es auch noch einige Fragen zum Verkehrskonzept. Zwar ist geplant, die Zahl der Autoparkplätze möglichst gering zu halten, was aber schon wegen der Größenordnung des Projekts rund 400 Abstellflächen bedeutet. Noch mehr interessierte einige Anwohner aber die An- und Abfahrt und damit verbunden ein befürchtetes Chaos auf den benachbarten Straßen. Er gehe davon aus, dass die meisten Beschäftigten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad zu ihren Arbeitsplätzen kommen, meinte Markus Vogel. Dafür spreche bereits die gute Anbindung. Auf dem Areal werde es rund 800 Abstellplätze für Zweiräder geben. Dazu weitere 300 öffentliche.

Diese und weitere Themen spielen jetzt auch eine Rolle, wenn sich verschiedene Verwaltungen, also die Träger öffentlicher Belange, mit dem Bauvorhaben beschäftigen. Den entsprechenden Beschluss vorausgesetzt. Als möglicher Baubeginn für die "Urbane Mitte" war das Jahr 2018 avisiert. Aber selbst wenn das klappen sollte, ist erst im nächsten Jahrzehnt alles fertig. tf

Die Skyline der Urbanen Mitte nach dem Entwurf von Ortner & Ortner. Foto: Ortner & Ortner/Stephen Weber
Es soll ein lebendiges Quartier werden. Was diese Animation zeigen will.
Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

24 folgen diesem Profil

1 Kommentar

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

SozialesAnzeige

Online den richtigen Partner finden: Herzklopfen-berlin.de
Die Liebe hält keinen Winterschlaf – mit richtigem Dating den Traumpartner finden

Im Winter verlagert sich das Leben nach drinnen. Das gilt in diesem Jahr besonders. Wenn es draußen kalt und dunkel wird, freut man sich umso mehr auf ein warmes Zuhause. Mit einem Glas Wein oder einem heißen Kakao, einem guten Buch in der Hand oder einem schönen Film im Fernsehen – während vor den Fenstern die Lichter der Hauptstadt leuchten oder sogar ein paar Schneeflocken vorbeiwirbeln. Was es gäbe es da schöneres, als das Glück eines entspannten Winterabends auf dem Sofa oder im Bett mit...

  • Schöneberg
  • 21.12.20
  • 673× gelesen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen