Schließung „nicht hinnehmbar“
Heftige Kritik an der Aufgabe zweier Kaufhof-Filialen

Im Linden Center am Prerower Platz ist eine der Galeria-Filialen, die auf der Streichliste steht.
  • Im Linden Center am Prerower Platz ist eine der Galeria-Filialen, die auf der Streichliste steht.
  • Foto: Berit Müller
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Corona- Unternehmens-Ticker

Die Nachricht hat im Bezirk für Unverständnis und Protest gesorgt: Von den geplanten Schließungen bei Galeria Karstadt Kaufhof sind gleich zwei große Lichtenberger Einkaufstempel betroffen – das Ringcenter und das Linden Center.

Die jeweils betroffenen Bezirke wettern, der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) versucht zu vermitteln, und die Gewerkschaft Verdi hat angekündigt, um jeden einzelnen Standort zu kämpfen. Schließlich stehen allein in Berlin mehr als 1000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Doch auch die Attraktivität der Kieze würde mit dem Wegfall der Anker-Warenhäuser zweifelsohne leiden.

„Das können wir nicht hinnehmen“, sagt Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke). Im Bezirk geht es mit den Kaufhof-Filialen im Ringcenter an der Frankfurter Allee und im Linden Center am Prerower Platz um zwei der beliebtesten Einkaufszentren. „Die Warenhäuser sind für Anwohner und Gäste seit Jahren ein identitätsprägender Bestandteil beider Center“, so der Rathauschef. „Wichtig für uns ist deren verlässlicher Beitrag für einen attraktiven Stadtteil.“ Grunst ist überzeugt davon, dass sich sowohl die Besucher, als auch die gastronomischen Einrichtungen den Erhalt der Warenhäuser wünschen. „Die Folgen einer Schließung sind nicht akzeptabel.“

Appell an Fairness dem Personal gegenüber

Sowohl der Bürgermeister als auch Wirtschaftsstadtrat Kevin Hönicke (SPD) haben sich am Tag nach der Bekanntgabe mit Vertretern des Betriebsrates zu einem ersten Gespräch getroffen. Das Signal der Schließungen sei fatal, sagt Hönicke. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben alles für die Standorte gegeben und viele Einschnitte mitgetragen.“ Dieser Einsatz der Belegschaft dürfe nicht ignoriert werden.

Der Stadtrat betont, dass viele ältere Menschen in den Kiezen die Kaufhof-Warenhäuser seit Jahrzehnten kennen und schätzen. Gerade das Zentrum von Neu-Hohenschönhausen würde in den nächsten Jahren weiterentwickelt, wovon besonders dieser Standort profitiere. „Und direkt gegenüber dem Ring-Center entsteht zurzeit ein großer Wohn- und Bürokomplex, der ebenfalls enormes Potential birgt. Mein Fazit: Der Bezirk Lichtenberg bleibt ein attraktiver Standort für Galeria Kaufhof.“

Nicht zuletzt haben sich auch die Bezirksverordneten in ihrer Juni-Sitzung für den Erhalt der Galeria-Standorte in Linden- und im Ringcenter ausgesprochen – mit welchem Erfolg, wird sich zeigen.

Autor:

Berit Müller aus Lichtenberg

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