Obermeyer will in den Senat
Jugendstadträtin möchte Bezirk nach nicht mal zwei Jahren verlassen

Jugendstadträtin Sandra Obermeyer zieht es in den Senat. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) will die promovierte Verwaltungsjuristin, die als Parteilose für die Linken im Bezirksamt sitzt, als Abteilungsleiterin.

Die massiven Probleme im Standesamt und Jugendamt – vielleicht ist das Obermeyer alles zu viel geworden. Erst im November 2016 wurde sie in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte zur Stadträtin für Jugend und Bürgerdienste gewählt. Vorher war die Verwaltungsjuristin Jugendstadträtin in Lichtenberg, ebenfalls für die Linkspartei. Wie jetzt bekanntgeworden ist, hat sich Obermeyer bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen für den Chefposten der Abteilung IV (Wohnungswesen, Wohnungsneubau, Stadterneuerung, Soziale Stadt) beworben.

Trotz zahlreicher Bewerber mit Fachkenntnissen im Bereich Wohnen und Bauen wolle Lompscher Obermeyer mit der Aufgabe betrauen, heißt es in Medienberichten. Obermeyer arbeitete von 2006 bis 2009 für die Linksfraktion im Bundestag, dann in der Senatsverwaltung als Referentin im sogenannten Querschnittsgebiet Frauen und Gleichstellung. In Lichtenberg hat die 1971 in Nordrhein-Westfalen geborene Obermeyer neben dem Jugend- auch das Gesundheitsressort geleitet.

Das Auswahlverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Seit dem Obermeyers Ambitionen für den Senatsjob in der Presse lanciert wurden, herrscht Empörung bei Koalitionspartnern und Opposition, schreibt die Morgenpost und zitiert ein SPD-Mitglied, das Lompscher vorwirft, Schlüsselpositionen in ihrem Haus nach Parteibuch und nicht nach Fachkenntnis zu besetzen. Auch die CDU-Fraktion in der BVV hat einen Fragenkatalog zur Personalie eingereicht.

Sandra Obermeyer dementiert ihren Wechselwunsch nicht, sondern antwortet mit dem Terminus, dass „das Bezirksamt zu Personaleinzelangelegenheiten und laufenden Verfahren keine Auskunft gibt. Das gilt auch für BA-Mitglieder“, so die Stadträtin. „Wenn es etwas zu sagen gibt, wird was gesagt.“ Linke-Fraktionschef Thilo Urchs will sich ebenfalls nicht zum Thema und zur Zukunft der von den Linken besetzten Abteilung Jugend und Bürgerdienste im Bezirksamt äußern, bevor etwas entschieden ist. Möglich ist auch, dass einer der unterlegenen Bewerber für die Abteilungsleiterstelle gegen die Ablehnung klagt.

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