Hoch hinaus am Hauptbahnhof
Finale Entwürfe für das neue ULAP-Quartier stehen fest

Das Team um "BJP" will offener bauen.
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  • Das Team um "BJP" will offener bauen.
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Unweit des Hauptbahnhofs entsteht das neue ULAP-Quartier. Drei Entwürfe von Architekturbüros haben es ins Finale geschafft. Alle planen einen Mix aus Wohnen, Schule, Verwaltung und Gewerbe.

Auf dem Filetgrundstück zwischen der Invalidenstraße, Alt-Moabit und Emma-Herwegh-Straße entsteht in den kommenden Jahren ein neues Stadtviertel: das ULAP-Quartier. Namensgeber ist der frühere „Universum Landes-Ausstellungs-Park“. Er war der Vorläufer des Berliner Messegeländes am Messedamm und lag im Dreieck aus Invalidenstraße, der Straße Alt-Moabit und dem heutigen Hauptbahnhof. Von 1922 bis 1925 gab es auch einen Vergnügungspark auf dem Gelände. Die Fläche ist rund 32 000 Quadratmeter groß. Trotz der exponierten Lage mitten in der City, mit der Spree und vielen Grün- und Freiflächen ist auf dem Grundstück seit der Wende stadtplanerisch nicht viel passiert. Das ändert sich nun.

Das gesamt Areal soll
komplett neu gedacht werden

Das gesamte Areal soll komplett neu gedacht und für verschiedene Nutzungen entwickelt werden. Die vorhandenen Gebäude sollen überwiegend zugunsten einer dichteren innerstädtischen Neuordnung weichen. So wurde etwa das ehemalige Landeslabor Berlin-Brandenburg an der Invalidenstraße bereits abgerissen. Der unter Denkmalschutz stehende Urania-Vortragssaal bleibt aber erhalten. Der Bezirk will im neuen ULAP-Quartier eine Schule und bezahlbaren Wohnraum entwickeln, die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) den dortigen Polizeistandort erweitern und neue Büros für die Berliner Verwaltung schaffen. Aldi wiederum will seine Filiale vergrößern und zusätzlichen Wohnraum ansiedeln. Damit das Quartier ein Ort für die Nachbarschaft wird, sind weitere soziale Infrastrukturen wie Kitas, nicht kommerzielle Orte und belebte Erdgeschosszonen geplant. Alles zusammen waren die Vorgaben für den B-Plan und die städtebaulichen Entwürfe, von denen es drei ins Finale geschafft haben. Im Dezember wurden sie den Anwohnern präsentiert.

Und das sind die drei Vorschläge
der Architekten

Das Planungsteam um „ISSS und Bauchplan“ formuliert in seinem Entwurf den Anspruch, als „urbaner Stadtbaustein die Brücke vom Kiez bis zum Großstädtischen zu sein und dabei zwischen den Maßstäben der Umgebung zu vermitteln“. Geplant sind unter anderem fünf bis sechs Geschosser und ein 97 Meter hohes Hochhaus. Im Osten sieht der Entwurf am Fuße der Hochpunkte einen Vorplatz vor. Westlich davon soll eine Gasse die Invalidenstraße mit dem Bahnviadukt verbinden. Von der Invalidenstraße führt ein breiter Freiraum bis zum Urania-Saal, der von einem Quartiersplatz umrahmt wird. Die nördliche Spur Alt-Moabit soll verkehrsberuhigt werden und ein „grünes Entrée“ bilden. Den Baumbestand will das Planungsteam weitestgehend erhalten und ergänzen. Im Osten planen die Landschaftsarchitekten am Eingang ins Quartier einen Vorplatz mit Baumhain und Fontainenfeld fürs Stadtklima. Auch neue Zugänge und ein mittiger Pavillon sollen den ULAP-Park beleben. Im Innern bleibt das Quartier überwiegend autofrei, wobei Parkplätze in einer Tiefgarage und für den Aldi-Markt im Erdgeschoss geschaffen werden. Platz für Fahrräder und Ladestationen für E-Bikes soll es ebenfalls geben.

Das Stadtplanerteam um „urbanophil.koeln, Kepler32 und gruppeF“ wiederum will im neuen ULAP-Quartier zwei „gemixte Superblöcke“ entwickeln: Im Osten hin zum Hauptbahnhof metropolitan, hoch und dicht mit einem Mix aus Verwaltung, Wohnen und Einzelhandel. Im Westen Richtung Moabit wird es dagegen kiezbezogen, niedriger und mit größeren Freiräumen. „Beide Blöcke werden von einer lebendigen Erdgeschosszone mit vielfältigen Nutzungen aus Einzelhandel, Gastronomie, Kultur und Service durchzogen“, beschreibt das Planungsteam seine Idee.

Der Entwurf von „BJP, Mandaworks und Form Follows You“ sieht eine offene Bebauung, vier Hochpunkte an den Ecken des Quartiers und ein Plateau vor, das die Tramgleise überwölbt. Entlang des Bahnviadukts ist eine Riegelbebauung als Lärmschutz und Abschirmung des Quartiersinneren angedacht. Als eine weite Lärmschutzmaßnahme soll der Autoverkehr in Alt-Moabit aus südlicher Richtung geschlossen werden. Sämtliche Bäume, die gefällt werden müssen, will das Planungsteam neu pflanzen. Auch die Dächer sollen begrünt und begehbar werden. Zusätzlich sind viele Abstellflächen für Fahrräder und Mobilitätsstationen vorgesehen.

Die drei finalen Entwürfe für das ULAP-Quartier sind auf mein.berlin.de nachlesbar.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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