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Ein Modell macht Schule: "Staatsanwaltschaft für den Ort" berlinweit

Neukölln ist schon einen Schritt weiter: Seit vergangenem Jahr heißt es nicht nur "Staatsanwalt für den Ort", sondern auch "vor Ort": Zweimal in der Woche arbeiten die zuständigen Staatsanwälte in den Räumen des Amtsgerichts.
Neukölln ist schon einen Schritt weiter: Seit vergangenem Jahr heißt es nicht nur "Staatsanwalt für den Ort", sondern auch "vor Ort": Zweimal in der Woche arbeiten die zuständigen Staatsanwälte in den Räumen des Amtsgerichts. (Foto: Schilp)

Ende Januar hat der Berliner Senat über ein neues Sicherheitskonzept für Berlin beraten. Ein Baustein: Das Neuköllner Modell „Staatsanwaltschaft für den Ort“ soll auf die ganze Stadt ausgeweitet werden.

Im Jahr 2015 startete das Projekt. Im Gegensatz zum bisher üblichen Prinzip – die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft richtet sich nach dem Anfangsbuchstaben des Tatverdächtigen – wurden drei Juristen speziell für den Bezirk Neukölln eingesetzt. Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU) erklärt die Vorteile: „So sind sind bessere Absprachen mit der Polizei, eine stärkere Vernetzung und bessere Kenntnisse der Lage vor Ort möglich.“

Der Senat sei auf dem richtigen Weg, wenn er dieses Modell ausweite, so Liecke. In Neukölln werde allerdings seit vergangenem Jahr noch mehr getan, um speziell junge Straftäter auf den richtigen Weg zurückzubringen. In der „Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkriminalität“ arbeiten Jugendamt, Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht und Schule zusammen (die Berliner Woche berichtete). „So wollen wir vermeiden, dass die einzelnen Institutionen gegeneinander ausgespielt werden“, sagt der Stadtrat.

Im Jugendamt sind drei Sozialpädagogen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft, zwei von ihnen haben ausländische Wurzeln. Stadtrat Liecke: „Ihre Aufgabe ist es, die kleinen Brüder der Intensivtäter von heute davon abzubringen, ebenfalls zu Kriminellen zu werden.“ Seine Forderung: Bewährt sich dieses Handlungskonzept, muss es auch berlinweit übernommen werden.

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