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„Kunstmaschine“: An der Prenzlauer Promenade sollen künftig 450 Künstler arbeiten

André Haßmann (3. von links) von der Berlinovo erläutert, wie das Atelierhaus instand gesetzt wird.
André Haßmann (3. von links) von der Berlinovo erläutert, wie das Atelierhaus instand gesetzt wird. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Das Atelierhaus in der Prenzlauer Promenade 149-152 wird in den nächsten Monaten zur „Kunstmaschine“ umgebaut.

Im Innern laufen die Bauarbeiten bereits auf Hochtouren. Darüber informiert der Sprecher der Berlinovo-Geschäftsführung, Roland J. Stauber. Das landeseigene Unternehmen ist Eigentümer des langgestreckten Gebäudes. Derzeit werden die Treppenhäuser instand gesetzt. Die Berlinovo lässt Brandschutztüren einbauen. Kellerräume und das Dach werden noch saniert. „Aber wir machen nur das Nötigste“, betont Stauber. „Wir führen in erster Linie Arbeiten durch, die im Interesse des Brandschutzes unbedingt durchgeführt werden müssen.“

Dass im Innern des Atelierhauses nicht viel mehr gemacht wird, entspricht dem Wunsch der Künstler, die dort arbeiten. Sie möchten, dass der Charme der 80er-Jahre erhalten bleibt. Durch die zurückhaltende Sanierung wird außerdem gesichert, dass die Ateliermieten einigermaßen erschwinglich bleiben. Damit soll die Zukunft des Atelierhauses langfristig gesichert werden.

Noch vor fünf Jahren sah das ganz anders aus, erinnert sich der Pankower SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup bei einem Vor-Ort-Termin. „Der Senat wollte diese Immobilie an eine Wohnungsbaugesellschaft übergeben.“ Die seinerzeit 70 Künstler sollten ausziehen. Dagegen machten die Künstler mobil, und Politiker aus dem Bezirk unterstützten sie.

Mit Erfolg. Nach langem Hin und Her entschloss sich der Senat, die Ateliers zu erhalten. Anfang 2015 entschied er, die Immobilie an die landeseigene Immobiliengesellschaft Berlinovo mbH zu übertragen. Diese sollte es zu einem „Leuchtturmprojekt gegen Wohnungsknappheit und Ateliersterben“ entwickeln. Inzwischen wird an der Umsetzung eines neuen Konzepts für das Grundstück gearbeitet. Dessen Kernpunkte: Das bestehende Gebäude wird als Atelierhaus ausgebaut. Bis 2019 sollen 450 Arbeitsräume entstehen. Weiterhin werden von der Berlinovo in einem L-förmigen Neubau auf dem Grundstück circa 400 preisgünstige Studentenwohnungen errichtet. Außerdem wird dem Bezirk auf dem Grundstück eine Fläche für den Bau einer Kita mit 90 Plätzen zur Verfügung gestellt.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, freut sich, dass das Projekt der „Kunstmaschine“ an der Prenzlauer Promenade jetzt tatsächlich umgesetzt wird. „Solche Projekte sind heute wichtiger denn je. Viele Künstler liegen mit ihrem Einkommen nur zwischen 10 000 und 15 000 Euro im Jahr. Damit sie leben und arbeiten können, brauchen sie preiswerte Atelierräume.“

Doch wie preiswert die Atelierräume wirklich werden, wird sich erst noch zeigen. Die Berlinovo schloss nämlich mit der gemeinnützigen Gesellschaft GSE einen Generalmietvertrag ab. Das heißt: Die GSE vermietet die Ateliers in der „Kunstmaschine“. Nach Stand der Dinge will sie aber etwa 9,25 Euro Miete pro Quadratmeter im Monat verlangen. „Das ist zu viel für die Künstler“, sagt Berlins Atelierbeauftragter Martin Schwegmann. Darüber wolle man mit der GSE noch sprechen.

Der Neubau für Studenten wird voraussichtlich als Holzhybridbau entstehen. Er wird genauso hoch wie das bestehende Gebäude. Noch wird an diesem Vorhaben geplant, und es ist auch noch kein Bauantrag gestellt worden. Deshalb kann die Berlinovo auch noch nicht mitteilen, wann es mit den Bauarbeiten losgeht. BW

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