Rebschnitt für den „Besonderen“
Der Verein Weingarten Berlin startet in die neue Saison

Im Weingarten am Fuße des Volksparks Prenzlauer Berg wurde der Verein beim Rebschnitt von vielen Helfern unterstützt.
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Nach der Rekordernte im vergangenen Herbst setzen die Mitglieder des Vereins Weingarten Berlin alles daran, diesen Erfolg 2019 zu wiederholen.

Zwar ist erst am übernächsten Wochenende Frühlingsanfang, aber für die Weinfreunde aus Prenzlauer Berg hat die Saison bereits begonnen. Vor wenigen Tagen führten sie den diesjährigen Rebschnitt im Weingarten am Volkspark Prenzlauer Berg durch. „Das ist die wichtigste Winterarbeit“, sagt Wolfgang Krause, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Weingarten Berlin. „Mit diesem Schnitt schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass sich die Weinstöcke wieder gut entwickeln und reichlich tragen können.“ Beim Schnitt werden circa 90 Prozent der einjährigen Triebe entfernt.

In diesem Jahr kann im Weingarten ein kleines Jubiläum begangen werden. Denn es ist mittlerweile 20 Jahre her, dass das damalige Bezirksamt Prenzlauer Berg auf einer Fläche des Amtes für Umwelt und Natur am Syringenplatz 400 Rebstöcke pflanzen ließ. Um deren Pflege kümmert sich der seinerzeit gegründete Förderverein „Weingarten Berlin“. Die Vereinsmitglieder pflanzten inzwischen selbst weitere 200 Rebstöcke alter Sorten in einem Weinschaugarten.

Im Herbst vergangenen Jahres konnten die Mitglieder des Förderervereins, unterstützt von vielen ehrenamtlichen Helfern, etwa eine Tonne Trauben ernten. Sie wurden wieder zur Weiterverarbeitung auf das Weingut des Prinzen von Lippe bei Meißen gebracht. Der Wein trägt heute den Namen „Der Besondere“, nachdem er jahrelang als „Berliner Riesling“ zu besonderen Anlässen verschenkt und ausgeschenkt wurde. „Wir mussten den Wein umbenennen“, sagt Wolfgang Krause. Damit die EU Berlin als Weinanbaugebiet anerkennt, stellte Hessen offiziell vier Hektar seiner genehmigten Weinanbaufläche Berlin zur Verfügung. Berlin ist damit nun zwar von der EU als Weinanbaugebiet anerkannt, aber nun müssen sich Berliner Winzer bei der Benennung ihrer Weine auch an die EU-Richtlinien halten. Und die besagen, dass der Wein nicht nach einem Ort oder einer Rebsorte benannt werden darf.

Nach langer Diskussion entschied man sich im Verein, den „Berliner Riesling“ in „Der Besondere“ umzutaufen. „Am Inhalt hat sich nichts geändert“, sagt Krause lächelnd. Den Wein gibt es allerdings nicht im Handel, sondern ausschließlich beim Verein. Und ein Teil geht an das Bezirksamt für Repräsentationszwecke.

Doch nicht nur für die Rebstöcke und den Wein engagieren sich die Vereinsmitglieder. Sie sorgen auch dafür, dass Prenzlauer Berg und Berlin als Ort des Weinanbaus noch bekannter werden. „Wir bieten zum Beispiel auch in diesem Jahr wieder Weinführungen und Parkspaziergänge an“, so Krause. Die Teilnehmer können dabei unter anderem das frühere Weinanbaugebiet entlang der Barnimer Hangkante im Ortsteil kennenlernen.

Wer Interesse an Berliner Weingeschichte hat oder als Hobbywinzer aktiv werden möchte, erfährt mehr auf www.berliner-riesling.de.

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