Erstmals ohne Baustelle
Die Gewerbehof-Genossenschaft an der Saarbrücker Straße feierte ihr traditionelles Hoffest

Fred Mullen (rechts) vom Roadrunner‘s Paradise Club, zog vor einigen Jahren auf den Gewerbehof an der Saarbrücker Straße. Mit dem früheren Genossenschaftsvorstand Klaus Lemmnitz tauscht er sich immer noch gern über die Anfangszeiten des Clubs aus.
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  • Fred Mullen (rechts) vom Roadrunner‘s Paradise Club, zog vor einigen Jahren auf den Gewerbehof an der Saarbrücker Straße. Mit dem früheren Genossenschaftsvorstand Klaus Lemmnitz tauscht er sich immer noch gern über die Anfangszeiten des Clubs aus.
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Die Gewerbehof-Genossenschaft an der Saarbrücker Straße ist seit 15 Jahren in der ehemaligen Königstadtbrauerei aktiv. Seit vielen Jahren feiert sie dort im September ihr Hoffest. Das Besondere am diesjährigen Fest: Es fand erstmals ohne Baustellen auf dem Areal statt. Denn nach 15 Jahren Sanierung alter Gebäude und Errichtung eines Neubaus an der Straßburger Straße sind alle Baupläne umgesetzt.

Bereits seit Anfang dieses Jahrzehnts gilt er bundesweit als Beispiel für eine gelungene Gewerbehofentwicklung mitten in der Stadt. Während ringsum nicht nur die Mieten für Wohnungen, sondern auch die für Gewerberäume in die Höhe schnellen, halten sich die Mieten auf dem einstigen Brauereigelände auf einem Niveau, das die Betriebe zahlen können. Das hängt vor allem mit dem Konzept der Genossenschaft zusammen.

Die Königstadtbrauerei wurde vor über 160 Jahren errichtet. Anfang der 90er-Jahre – die Brauerei gab es da schon lange nicht mehr – werkelten noch 30 Betriebe auf dem Gelände. Und diese entschlossen sich 1995, eine Genossenschaft zu gründen, erinnert sich der Ehrenvorsitzende der Genossenschaft, Klaus Lemmnitz. Die Immobilie ging Mitte der 90er-Jahre an den damalige Liegenschaftsfonds. Und der schrieb sie zum Verkauf aus. Die Genossenschaft entwickelte ein Konzept. Mit der Berliner Volksbank gewann sie einen zuverlässigen Finanzierungspartner. Und 2003 setzte sich die Genossenschaft in einem Bieterverfahren durch.

Gemeinsam mit dem Architekt Stefan Klinkenberg konnte vor 15 Jahren die Sanierung der alten Gebäude, der Kellergewölbe und der Hofflächen angegangen werden. Nicht nur die angestammten Betriebe konnten bleiben, es wurde auch Platz für Neuansiedlungen geschaffen. „Pro Jahr wurden immer im Schritt eine Millionen Euro investiert“, so Christoph Andres. Er ist seit 2012 geschäftsführender Vorstand der Genossenschaft.

Etwa 400 Menschen arbeiten mittlerweile in 40 Firmen auf dem Gewerbehof. Das einzige Haus auf dem Hof, das die Genossenschaft nicht selbst baute, ist der Neubau „Haus F“ in der Straßburger Straße 55. Das Grundstück wurde an eine nach genossenschaftlichen Grundsätzen aufgebaute Kommanditgesellschaft per Erbbaurechtsvertrag übergeben. In diesen Neubau zog zum Beispiel die Stadterneuerungsgesellschaft Stern und die Velokonzept Saade GmbH ein. Und im Erdgeschoss eröffnete das „Kino in der Königstadt“.

Weitere Informationen zum Gewerbehof gibt es im Internet auf www.gidak.de.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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