Statt Hörensagen
Faktencheck zum Campingplatz: Bezirksamt beantwortet Fragen online

Vor der BVV-Sitzung am 28. August demonstrierten rund 30 Camper vor dem Rathaus und sammelten Unterschriften.
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  • Foto: Ulrike Kiefert
  • hochgeladen von Ulrike Kiefert

Gerüchte? Fake news? Halbwahrheiten? Im Faktencheck beantwortet das Bezirksamt jetzt online alle wichtigen Fragen zum Zeltplatz (Camping) am Breitehorn. Dort läuft der befristete Nutzungsvertrag nächstes Frühjahr aus. Das Bezirksamt hatte ihn wie berichtet nicht verlängert.

Seit bekannt ist, dass der Berliner Campingclub (BCC) seine Fläche am Breitehornweg zwischen Wald und Havel nach dieser Saison räumen muss, ist der Unmut unter den Campern groß. Sie haben Unterschriften gesammelt, vor dem Rathaus demonstriert, im Rathaus und in der Bezirksverordnetenversammlung nachgefragt. Weil aber offenbar viele Fragen zu der komplexen Thematik offen geblieben sind und Gerüchte kursieren, steht das Bezirksamt jetzt online Rede und Antwort.

Was ist ein Flächennutzungsplan, und erlaubt er eine Campingnutzung am Breitehorn überhaupt? Was heißt es, in einem Landschaftsschutzgebiet aktiv zu sein? Was hat das alles mit dem geltenden Baurecht zu tun, und was ist auf der Fläche künftig geplant? Das sind nur einige der Fragen, die die Fachämter online in einem Faktencheck beantworten. Denn: „In den letzten Wochen wurden vermehrt von verschiedenen Seiten immer wieder Fragen an das Bezirksamt herangetragen und auch Gerüchte in den Raum gestellt, die die Fachämter so nicht stehen lassen wollen“, heißt es aus dem Rathaus. Der Faktencheck mit den gängigsten Fragen und Antworten findet sich hier: https://bwurl.de/14j6.

Ende stand lange fest

Der Vertrag des Campingclubs mit dem Bezirksamt läuft im März 2020 aus. 2005 hatte der damalige Vorstand des Campingclubs unterschrieben, dass der Platz spätestens nach 15 Jahren geräumt werden muss. Laut den Campern sei diese Unterschrift damals aber alternativlos gewesen sei. Ansonsten hätte der Platz nämlich sofort geräumt werden müssen. Danach passierte über Jahre wenig, bis das Bezirksamt an die bevorstehende Räumung erinnerte (www.berliner-woche.de/kladow/c-bauen/die-fronten-sind-verhaertet_a224170).

Zuletzt hatten die Camper in der August-Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eine Einwohneranfrage gestellt und Übergangslösungen gefordert. Die lehnte Baustadtrat Frank Bewig (CDU) aber ab, weil die Fläche in einem Landschaftsschutzgebiet liegt. „Den Platz weiterhin als Campingplatz zu nutzen, ist nicht umweltverträglich und unzulässig.“ Hier müssten geltendes Recht, naturrechtliche und öffentliche Belange wie etwa der Trinkwasserschutz und der Hochwasserschutz berücksichtigt und umgesetzt werden. Eine Vertragsverlängerung schloss der Stadtrat deshalb ausdrücklich aus.

„Vor 15 Jahren wurde entschieden, dass der Vertrag jetzt endet. Das ist bedauerlich“, sagte Bewig. Aber er sehe keine andere Möglichkeit, auch weil Alternativstandorte in den 15 Jahren nicht gefunden wurden – weder vom Bezirksamt noch vom Campingclub. Nach der Räumung soll die Fläche renaturiert werden.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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