Stadtrat schreibt Werbebrief
Jetzt lockt Spandau Google an

Nach dem Rückzug von Google aus Kreuzberg bietet sich jetzt Spandau dem US-Konzern an. Mögliche Orte für den Campus: das ehemalige Postgelände oder die alte Geschützgießerei.

Fünf Tage nach der offiziellen Entscheidung von Google, seine Campus-Pläne in Kreuzberg wegen der anhaltenden Proteste aufzugeben, buhlt jetzt Spandau um den Internetriesen. Der Bezirk sei ein attraktiver Ort zum Wohnen und Arbeiten, schreibt Baustadtrat Frank Bewig (CDU) am 29. Oktober an Google-Deutschland-Chef Philipp Justus. Spandau verstehe sich als „ein Standort, der in Zukunftsinvestitionen Chancen sieht und sich nicht davon bedroht fühlt“.

Mit ansässigen Konzernen wie Siemens und BMW sei der Bezirk ein bedeutender Wirtschaftsstandort in der Hauptstadt. „Das wird auch damit belegt, dass Spandau aktuell von Siemens als Standort für deren Innovations-Campus ins Spiel gebracht wurde“, wirbt der Stadtrat weiter. Viel Grün, die Wasserlage, attraktive Wohnungsbauprojekte und eine gute infrastrukturelle Anbindung ans Berliner Stadtzentrum würden ebenfalls für Spandau sprechen.

Persönliche Einladung

Als mögliche Standorte für den Startup-Campus schweben dem Stadtrat das neue Stadtquartier „Spandauer Ufer“ auf dem ehemaligen Postgelände nahe der Altstadt und das Backsteingebäude der alten Geschützgießerei in Stresow vor. Damit sich Philipp Justus persönlich vom Mehrwert des Bezirks überzeugen kann, lädt Bewig den Google-Manager ein. Eine Broschüre hat er seinem Brief beigelegt. Die soll Google schon einmal über die Vorzüge Spandaus als Wirtschaftsstandort informieren.

Seinen Campus in Kreuzberg wollte der Internetkonzern im früheren Umspannwerk an der Ohlauer Straße auf rund 3000 Quadratmetern eröffnen. Seit 2016, von Beginn an, gab es jedoch Widerstand gegen das Projekt. Im Bezirk befürchteten viele, der Campus könnte den Kiez weiter gentrifizieren und zu steigenden Mieten führen. Auch das Bezirksamt stellte Forderungen und drohte zuletzt mit dem Versagen der Baugenehmigung. Der Internetkonzern stoppte schließlich seine Pläne.

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