Radschnellweg durch den Bezirk
Verkehrssenatorin Regine Günther stellt Teltowkanalroute vor

Verkehrsenatorin Regine Günther präsentierte im Rathaus Schöneberg die Planungen zur Teltowkanalroute.
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Die Teltowkanalroute soll die Bezirke Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg für Radfahrer schneller mit dem Zentrum verbinden. Verkehrssenatorin Regine Günther hat die Planung jetzt im Rathaus Schöneberg vorgestellt. Der genaue Streckenlauf steht noch nicht fest. Rund 120 Interessierte nutzten ihre Chance, Vorschläge einzubringen.

Eine favorisierte Variante der mit den Machbarkeitsuntersuchungen beauftragten Firma SHP Ingenieure hat sich bereits herauskristallisiert – in Abstimmung mit Senatsverwaltung, Projektsteuerer "infraVelo GmbH" und den Bezirken. Die Teltowkanalroute wird demnach an der Stadtgrenze bei Teltow beginnen und auf einer Länge von 10,5 Kilometern teils entlang des Teltowkanals durch die Stadtteile Lichterfelde, Lankwitz und Steglitz führen.

Im östlichen Bereich von Steglitz soll sie den Kanalverlauf verlassen und in nördlicher Richtung bis nach Schöneberg hinein Wohngebiete durchlaufen. Dort soll es parallel und westlich zur Bahntrasse bis zur Stadtautobahn am Südkreuz weitergehen. Geprüft wird eine Weiterführung bis nach Mitte. Innerhalb eines zwei Kilometer breiten Trassenkorridors gibt es dabei einigen Gestaltungsspielraum. So könnte eine der Alternativrouten auch am Tempelhofer Feld enden.

Ziel des Vorhabens ist, unabhängig vom endgültigen Streckenverlauf das Radfahren attraktiver zu machen. „Radschnellverbindungen (RSV) sind ein veritables Großprojekt für den Radverkehr in Berlin. Sie verbessern die Radinfrastruktur entscheidend, denn lange Strecken können sicher und komfortabel zurückgelegt werden. Das ist ein Anreiz, etwa für den Weg zur Arbeit vom Auto auf das Rad umzusteigen“, erklärte Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für die Grünen), die sich weniger Autos auf den Straßen erhofft.

RSV zeichnen sich dadurch aus, dass sie durchgehend mit hoher Geschwindigkeit (30 km/h) und möglichst wenigen Stopps befahren werden können. Das bedeutet, dass an Kreuzungen im Regelfall der Radverkehr Vorrang hat. Entlang von Hauptverkehrsstraßen sind sie je Fahrtrichtung mindestens drei Meter breit. Auf Fahrradstraßen und Sonderwegen sind es im Zweirichtungsverkehr sogar mindestens vier Meter. Dadurch wird das Überholen erleichtert. Die Fußwege verlaufen vom Radweg getrennt und sind mindestens zweieinhalb Meter breit. RSV werden in der Nacht beleuchtet und im Winter von Schnee befreit.

Damit die Teltowkanalroute realisiert werden kann, werden größtenteils bestehende Radwege auf RSV-Niveau ausgebaut. An manchen Stellen werden Parkplätze weichen und am Kanal auch einige Bäume gefällt werden müssen. Kritik gab es bei der Veranstaltung, als die Planer davon sprachen, einige Straßen, an denen die Route entlangführen wird, zur Reduzierung des Autoverkehrs als „anliegerfrei“ zu kennzeichnen. „Das wird weder beachtet noch geahndet“, so ein Teilnehmer. Einblicke in die Sichtweise der Bezirke gab Maren Schellenberg, Umweltstadträtin von Steglitz-Zehlendorf (Grüne). „Meine feste Überzeugung ist, dass gerade wir als Randbezirk die Möglichkeit bekommen sollten, über vernünftige, zuverlässige, sichere Radverbindungen in die Stadt zu kommen und sich nicht alles innerhalb des S-Bahn-Rings abspielen sollte“, sagte sie.

Laut Professor Thomas Richter von SHP Ingenieure ist der Baustart für 2022 geplant, aufgrund „vieler Unwägbarkeiten“ jedoch noch nicht gesichert. Realistisch sei eine Bauzeit von zwei Jahren, sodass die Teltowkanalroute frühestens 2024 eröffnen dürfte. Wie viel das Ganze kostet, ist noch unklar. Geplant sind in Berlin neun weitere RSV mit einer Länge von insgesamt 100 Kilometern.

Weitere Infos unter https://www.infravelo.de/projekte/radschnellverbindungen/.

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