Kleine Steine für ein großes Kunstwerk
Bundespräsident ehrt Rudolf J. Kaltenbachs großes Engagement für die Völkerverständigung

Die ersten 50 Steinkunstwerke sind zurück. Sie wurden von Schülern der Hufeland-Oberschule gestaltet. Rudolf J. Kaltenbach ist von diesen kleinen Kunstwerken begeistert.
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Dem Bildhauer Rudolf J. Kaltenbach wurde jetzt von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Außerdem verlieh ihm der Bundespräsident ein Jahresstipendium mit einer Option auf eine Verlängerung auf ein zweites Jahr. Damit wird vor allem sein Engagement für die Aktion „Steine ohne Grenzen“ gewürdigt, mit der er sich gemeinsam mit seiner Bildhauerkollegin Silvia Fohrer für Völkerverständigung einsetzt. Diese Aktion starteten die beiden Künstler vor nunmehr 20 Jahren.

Im Jahr 2001 griffen sie die Idee des Künstlers Otto Freundlich auf, eine völkerverbindende Skulpturenstraße zu gestalten. Sie begannen, internationale Bildhauer-Symposien zu organisieren. Zu diesen luden und laden sie immer wieder Bildhauer aus der ganzen Welt ein. Diese schaffen jeweils neue Kunstwerke. Und diese Skulpturen wurden und werden dann vor allem im Bucher Forst zwischen Berlin und Brandenburg zu einer Skulpturen-Linie aufgebaut. Mittlerweile sind es knapp 200 Kunstwerke, die in zwölf Symposien entstanden.

Ideengeber Otto Freundlich

Otto Freundlich (1878-1943), auf den diese Idee zurückgeht, war ein deutsch-jüdische Maler, Bildhauer und Humanist. Er entwickelte zusammen mit seiner Lebensgefährtin Hannah Kosnick-Kloss die Idee, eine völkerverbindende Skulpturenstraße anzulegen. Sie sollte ein sichtbares Zeichen für die Abkehr von Krieg und menschlicher Gewalt sowie für das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Nationen werden. Freundlich konnte seine Idee nicht mehr verwirklichen. Die Nazis ermordeten ihn im Konzentrationslager Lublin-Majdanek.

Anlässlich des zwanzigjährigen Beginns der Aktion „Steine ohne Grenzen“ haben Kaltenbach und Fohrer in diesem Frühjahr die neue Aktion „Bewegte Box-moving ba(g)ck“ gestartet. Sie verteilen stabile Papiertaschen mit Steinen unterschiedlicher Art und Form. Mal sind es Zylinder, mal Quader oder es sind flache Steinplatten. Um die 10 bis 20 Teile sind es pro Tasche. Die gefüllten „Kunsttaschen“ gehen sowohl an interessierte Einzelpersonen, als auch an Einrichtungen unterschiedlicher Art im Bezirk: an Schulen, Stadtteilzentren, Kirchengemeinden, Bibliotheken, Kinder- und Jugendklubs. Mit den Steinen aus unterschiedlichen Kontinenten laden die beiden Künstler die Pankower ein, ganz individuelle kleine Kunstwerke zu gestalten. Sie können mit wetterfester Farbe bemalt, beschliffen oder behauen werden.

"Soziales Kunstwerk" geplant

Mit den Steinen, die dann zurückkommen, möchten Kaltenbach und Fohrer ein oder mehrere „soziale Kunstwerke“ in Form eines gemeinsamen Mosaiks oder eines Mobile gestalten. Vor wenigen Tagen packte Rudolf J. Kaltenbach gerade die Kunsttaschen 500 und 501. Diese erhält die Schweizer Künstlerin Iris Käser, die inzwischen im Bezirk Pankow lebt. Auch sie möchte kleine Kunstwerke zum großen Gemeinschaftskunstwerk beisteuern.

Wie die Steine gestaltet werden könnten, zeigen Schüler der Bucher Hufeland-Oberschule, die bereits 50 kleine Steinkunstwerke an Rudolf J. Kaltenbach zurückgaben und von denen der Bildhauer sichtlich begeistert ist. „Unser Ziel ist es, insgesamt 1000 Taschen zu verteilen“, sagt Kaltenbach. „Wir hoffen natürlich, auch möglichst viele Steine zurückzubekommen.“

Näheres zur Aktion ist bei Rudolf J. Kaltenbach unter der Telefonnummer 0175 756 28 72, über steineohnegrenzen@web.de sowie auf steineohnegrenzen.wordpress.com zu erfahren. Unter diesen Kontakten können sich auch alle Einrichtungen melden, die Taschen mit Steinen ordern möchten. Steine können außerdem nach Anmeldung im "EWERKultur" in der Schwanebecker Chaussee 5-9 abgeholt werden. Der Projektabschluss- beziehungsweise die Kunstwerkeinweihungsveranstaltung soll am 27. November ab 11 Uhr auf der Skulpturenlinie in Buch stattfinden.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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