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Kandidatenkür der SPD: Renner liegt vor Radziwill

Aus der Kunstszene in den Bundestag? Ex-Musikmanager Tim Renner will lieber über die Zukunft Deutschlands sprechen als am Mischpult sitzen.
Aus der Kunstszene in den Bundestag? Ex-Musikmanager Tim Renner will lieber über die Zukunft Deutschlands sprechen als am Mischpult sitzen. (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Auf welchen der fünf Kandidaten wollen die Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl als Zugpferd setzen? Ein Mitgliedervotum brachte die Vorentscheidung. Seitdem spitzt sich alles auf einen Zweikampf zu: Renner gegen Radziwill.

Um das Quintett der Kandidaten auf nur noch zwei verbliebene Bewerber einzudampfen, brauchte es exakt 766 Stimmen. Sie gehörten einfachen Mitgliedern der Bezirks-SPD und sorgten am letzten Februarwochenende für das Aussieben mit basisdemokratischen Mitteln. Ein notwendiger Akt, denn gleich fünf SPD-Bewerber für eine Bundestagsdirektkanditatur hatten bei den gut 2100 Stimmberechtigten wochenlang um Zuspruch geworben – doch nur einer kann am 24. September für die SPD in Charlottenburg-Wilmersdorf ins Rennen gehen. Nun die Vorentscheidung: Auf den Abgeordneten Daniel Buchholz entfielen 146 Stimmen (19,2 Prozent), auf Sozialpolitikerin Ülker Radziwill 211 (27,7 Prozent), auf den ehemaligen Kulturstaatssekretär Tim Renner 223 (29,3 Prozent), auf den früheren Berliner Jusos-Chef Fabian Schmitz-Grethlein 69 (9,1 Prozent) und auf Ex-Baustadtrat Marc Schulte 113 Stimmen (14,8 Prozent).

Entscheidung am 17. März

Das heißt: Kein Kandidat errang die absolute Mehrheit – und die zwei Bestplatzierten, Renner und Radziwill, müssen bei der SPD-Wahlkreiskonferenz am 17. März einen weiteren Entscheid überstehen.

Schon 2011 durfte Ülker Radziwill für den Bundestag kandidierte, verlor dabei allerdings gegen den früheren CDU-Stadtrat und stellvertretenden Bürgermeister Klaus-Dieter Gröhler. Der wiederum darf sich als bislang einziger Bewerber der Christdemokraten daran begeben, sein Abgeordnetenmandat zu verteidigen.

„Pop-Hipster“ oder „Social-Queen“?

Muss er sich nun gegen Musikmanager Renner – bei Twitter als „Pop-Hipster“ gepriesen – oder Radziwill – von Fans als die „Social-Queen“ gefeiert – erwehren? Jene zeigt sich auf Facebook-Fotos gern an der Seite des Kanzlerkandidaten Martin Schulz und sucht die Nähe zu engagierten Bürgern in der Obdachlosen- und Flüchtlingshilfe. Renner wiederum gibt den Kunstversteher und spielt die ganze Klaviatur der neuen Medien, macht dabei auch vor Ironie nicht halt, etwa bei der Selbstbezeichnung als „Staatsrenner“. Es wird sich zeigen. tsc

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