Westkreuz: Umsteigebahnhof erhält neuen Haupteingang – und einen Park

Der unnahbare Bahnhof: Eine vorhandene Brücke erlaubt den Blick auf das Westkreuz von Osten, aber nicht den Zugang.
  • Der unnahbare Bahnhof: Eine vorhandene Brücke erlaubt den Blick auf das Westkreuz von Osten, aber nicht den Zugang.
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Charlottenburg-Wilmersdorf. Oben fährt die Ringbahn, unten verläuft die zentrale Stadtbahntrasse. Das Umsteigen war bisher der Daseinszweck des Bahnhofs Westkreuz. Doch jetzt steht fest: Der Verkehrsknoten bekommt Anschluss zu den Kiezen. Und der führt durch einen grünen Korridor.

Gäbe es eine simple Treppe – schon heute hätten Fahrgäste der S-Bahn die Möglichkeit, hinunter auf den unteren Bahnsteig am Westkreuz steigen. Von einer maroden Brücke inmitten von Kleingärten östlich der Anlage kann man den wartenden Menschen zuwinken. Doch trotz der Nähe wird ein neuer Zugang östlich der Station nicht im Handumdrehen zu haben sein.

Zumindest ist er beschlossen. Wie Baustadtrat Marc Schulte (SPD) den Bezirksverordneten zu deren Überraschung mitteilte, ließ Senator Andreas Geisel (SPD) sogar schon den Flächennutzungsplan ändern. Im Gebiet östlich des Westkreuzes stehen die Zeichen ausnahmsweise nicht auf Wohnungsbau – sondern auf Erhalt und Ausbau der Grünflächen. Nördlich und südlich der Stadtbahngleise können Passanten schon jetzt durch Kleingärten wandern und zur besagten Brücke vor dem Bahnhof gelangen, wo aber die Abstiegsmöglichkeit fehlt.

Zu laut für Wohnungen

„Hier haben wir eine Linse, aus der man in alle Richtungen schauen kann. Ein Blick von diesem Punkt wird spannend sein“, erklärte Schulte im Stadtentwicklungsausschuss. Dies sei die geeignete Stelle, um neue Akzente in Sachen Stadtbegrünung zu setzen – „denn eine Wohnnutzung ist dort kaum zu verwirklichen wegen des Lärms“.

Dem Vernehmen nach war die Deutsche Bahn ursprünglich von einer Chance zum Wohnungsbau ausgegangen, hat aber ihre Pläne nun geändert. Und zwar zugunsten eines neuen Portals mit Anschluss Richtung Dernburgstraße in Charlottenburg und Heilbronner Straße in Halensee. „Wir befinden uns in der Vorentwurfsplanung, sodass zu Einzelheiten noch nichts gesagt werden kann. Mit dem zweiten Eingang soll der Bahnhof besser erschlossen werden“, beschreibt Bahnsprecher Gisbert Gahler den Sachstand.

Kleingärten gesichert

Bisher erreicht man den 1928 eröffneten Bahnhof nur über die Halenseestraße im Westen, also durch die „Hintertür“. Dass sich dies ändert und das Westkreuz „kieznah“ wird, begrüßen alle Kräfte im Bezirksparlament. Doch insbesondere die CDU rügt Stadtrat Schulte auch dafür, dass er erst im letzten Moment die Fraktionen informierte, obwohl diese ihn permanent nach dem Sachstand befragt hatten. Schulte sieht bei seinem Vorgehen keine Probleme und hält dagegen, dass er im Sinne der BVV verhandelt habe.

Offen bleibt bislang, wie sich die vorhandenen Kleingärten in den Plan einfügen werden – klar ist nur: Sie sind gesichert. Vor allem in Kreisen der Grünen sprechen Kenner von weitreichenden Plänen zur Ausgestaltung nach dem Vorbild des Parks am Gleisdreieck in Kreuzberg. Sprecherin Jenny Wieland erwartet ein „Kleinod“, also eine besonders hochwertiger Ausgestaltung.

Mit der Bestätigung des neuen Eingangs und den Spekulationen um einen „Westkreuz-Park“ scheint ein anderes Projekt vollends beerdigt: der Anschluss an die U-Bahnlinie 1. Während Abgeordnete von SPD und CDU im Wahlkampf die Verlängerung von acht U-Bahnlinien diskutieren, taucht ein neuer Endbahnhof der U1 am Westkreuz in der Liste gar nicht mehr auf. tsc

Autor:

Thomas Schubert aus Charlottenburg

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