„Dit is ein Hingucker“
40 Jahre Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße

Nachhaltig gedacht. Das gilt nicht nur für die Kaffeebecher, die am 1. Juli an die Besucher verschenkt werden. Thomas Bong, Gabriele Jahn, Steve Lankow, Massimo Ghiotti von der Arbeitsgemeinschaft Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße e.V. sind auch zukünftig für tragbare Konzepte aktiv.
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  • Nachhaltig gedacht. Das gilt nicht nur für die Kaffeebecher, die am 1. Juli an die Besucher verschenkt werden. Thomas Bong, Gabriele Jahn, Steve Lankow, Massimo Ghiotti von der Arbeitsgemeinschaft Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße e.V. sind auch zukünftig für tragbare Konzepte aktiv.
  • Foto: Sabne Kalkus
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Sie ist einfach alles: beliebt, belebt, gefragt und immer im Gespräch. Die Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße feiert vom 29. Juni bis 1. Juli ihr 40-jähriges Jubiläum.

„Dit ist ein Hingucker.“ Thomas Bong, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße e.V., stellt einen blauen Kaffeebecher vor sich. Frisch, freundlich, attraktiv sieht dieser aus. Und einladend. Das soll er auch, denn genauso stellt er sich die ganze Wilmersdorfer Straße vor. Vor allem natürlich am kommenden Wochenende, wenn die Fußgängerzone ihr 40-jähriges Jubiläum feiert.

Verkaufsoffener Sonntag am 1. Juli

Gestartet wird am Freitag, 29. Juni, mit dem Straßenfest. Bungee-Jumping, Karrussell, Imbisstände: Bunt soll es werden. Den Höhepunkt des Jubiläums bildet der Sonntag, 1. Juli. An diesem Tag öffnen die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr. Doch bevor die Besucher zum Shoppen, Schlendern und Schlemmen aufbrechen, erwartet die Arbeitgemeinschaft Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße e.V. sie um 13 Uhr an der großen Bühne. „Wie zur Eröffnung“, als Peter Lorenz, seinerzeit Landesvorsitzender der Berliner CDU, sprach und die Straße „schwarz vor Menschen“ war. So einen Andrang, wie die Bilder, die damals vom SFB im Fernsehen ausgestrahlt wurden, wünscht sich Thomas Bong.

Genauso wie alle Geschäftsleute, die in der AG Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße e.V. aktiv sind. Dafür erwarten sie nicht nur Stadtrat Arne Herz. Auch Heidi Hetzer ist eingeladen, die ihren Oldtimer und ihre legendäre Taschensammlung mitbringt. Richtig rund gehen wird es mit den auf Hochglanz polierten Old- und Youngtimern der Classic Remise Berlin. Und natürlich spielen auch die Kaffeebecher eine Rolle. Sie werden an diesem Tag in gekennzeichneten Geschäften gratis abgegeben und bieten sich beim weiteren Bummel für einen Kaffee to go an. Überall gibt es Rabatte, Sonderangebote und Give aways.

„Was diese Mannschaft leistet, ist einfach toll“, sagt Gabriele Jahn bewundernd über die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft. Die Charlottenburgerin hat umfangreiche Recherchen zu Berlins ältester Fußgängerzone betrieben. 1724 war die Straße noch als Lange Spreestraße geplant, ab 1824 hieß sie bereits Wilmersdorfer Straße. 1900, mit der Eröffnung des Manufaktur- und Kurzwarengeschäfts der Firma Graff & Heyn, am Standort des heutigen Karstadt begannen die Geschäfte zu florieren. 1959 betrieben rund 350 Läden und Warenhäuser ihre Geschäfte an der Wilmersdorfer Straße. „Als Charlottenburgs Engpass“ beschrieb der Tagesspiegel am 11. Januar 1959 die Straße, die zu diesem Zeitpunkt noch für den öffentlichen Straßenverkehr genutzt wurde. 1978 wurde der Abschnitt zwischen Krumme Straße und Schillerstraße zur Fußgängerzone umgestaltet. 2000 gab es hier den ersten verkaufsoffenen Sonntag. 2001 wurden, nach dem optischen Niedergang, im Rahmen einer Neugestaltung zur Verbesserung des Ambientes die Pavillons und Überdachungen der U-Bahnabgänge entfernt. Saisonale Feste, wie das Maifest, Halloween oder der Weihnachtsmarkt haben sich seither fest etabliert.

Nicht immer ist die „Wido“, wie sie Anrainer liebevoll nennen, unumstritten. Massimo Ghiotti von Karstadt bleibt gelassen: „Wir haben hier einen gesunden Kiez. Hier kaufen Künstler, Intellektuelle, Arbeiter, Singles, Eltern und Senioren ein und fühlen sich wohl. Es ist diese persönliche, familiäre Atmosphäre, die diese Straße mit seinem bunten Geschäftsmix ausstrahlt.“ Trotzdem sehen die Mitglieder der AG noch viel mehr Potenzial. „Das sogenannte Modell des Business Improvement District (BID) könnte hier einen deutlichen Aufschwung bringen“, ist Thomas Bong überzeugt. Hierfür müssten sich sämtliche Anlieger (Grundeigentümer und Gewerbetreibende) zusammenschließen und darauf verständigen, Verbesserungsmaßnahmen (Improvement) gemeinsam umzusetzen und zu finanzieren. Nicht nur dafür, sondern für die Entwicklung „ihres" Kiezes bleibt die AG im fortwährenden Dialog mit dem Bezirksamt. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, sagt Bong – übrigens Apotheker seit 1998 auf der Straße.

Autor:

Sabine Kalkus aus Weißensee

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