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Humane Hilfe: Endoskopie bei Orang-Utan-Dame Djasinga

Endoskopie bei der Menschenaffen-Dame Djasinga.
Endoskopie bei der Menschenaffen-Dame Djasinga. (Foto: Sana/Mark Bollhorst)

Ein Orang-Utan auf dem Behandlungstisch – das ist kein Alltag für Priv.-Doz. Dr. med. Dirk Hartmann aus dem Sana Klinikum Lichtenberg. Der Gastroenterologe führte am 11. Dezember mit einem Team des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) sowie den Tierärzten des Zoo Berlins erfolgreich eine Endoskopie bei der Menschenaffen-Dame Djasinga durch.

Vor rund einem Jahr erlitt die 14-jährige Djasinga eine bei Orang-Utans häufig auftretende Kehlsackentzündung, die glücklicherweise wieder schnell abheilen konnte. Als die Orang-Dame in den vergangenen Wochen wiederholt Kolik-Symptome zeigte, haben die Tierärzte des Zoos entschieden, das Tier im IZW genauer zu untersuchen. Zwar konnte dabei eine erneute Kehlsackentzündung ausgeschlossen werden, es zeigte sich allerdings Gries in Djasingas Galle. Wie auch in der Humanmedizin konnte diese kleinere Version des Gallensteins durch eine Endoskopie entfernt werden. „Die Herausforderung war unter anderem, dass wenig über die Anatomie der Gallenwege beim Primaten bekannt ist“, erläutert Dr. Hartmann.

„Es ist nicht unüblich, dass zu manchen Behandlungen von Zoo-Tieren Humanmediziner hinzugezogen werden“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor und Veterinärmediziner Dr. Andreas Knieriem. „Durch die nahe Verwandtschaft zum Menschen liegt dieses Vorgehen natürlich vor allem bei Orang-Utans nahe. Dennoch ist uns bisher keine andere derartige Endoskopie bei einem Menschenaffen bekannt.“

Bisher hat sich Djasinga von dem Eingriff sowie der vor allem für Menschenaffen nicht unproblematischen Vollnarkose gut erholt. Sie hangelt bereits wieder zusammen mit ihren beiden Artgenossen Satu (11) und Mücke (27) durch deren gemeinsame Anlage. my

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