Die Einkäufe erledigt der "KiezFreund"
In Charlottenburg startet kostenloser Lieferservice per E-Lastenfahrrad

Der "KiezFreund" bringt kostenlos Lebensmittel an die Haustür, übernimmt aber auch Botengänge.
  • Der "KiezFreund" bringt kostenlos Lebensmittel an die Haustür, übernimmt aber auch Botengänge.
  • Foto: insel-projekt.berlin
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Corona- Unternehmens-Ticker

Unter dem Mantel des Forschungsprojektes „distribut-e“ schickt der Bezirk jetzt den "KiezFreund" auf die Straßen. Der kostenlose Liefer- und Abholservice per E-Lastenfahrrad soll als umweltfreundlicher Beitrag zur kommunalen Daseinsfürsorge daher kommen.

2017 startete „distribut-e“ in den beiden Kiezen Mierendorff-Insel und rund um den Klausenerplatz. Innerhalb der vergangenen eineinhalb Jahre gab es zehn Veranstaltungen, die stets die Antwort auf die Frage bringen sollten: Wie lassen sich die Lkw unter den Elektro-Fahrrädern für den abgasfreien Lieferverkehr rentabel nutzen? Beide Quartiere leiden unter starkem Verkehr und sollen vor allem im Sinne des Klimaschutzes entlastet werden. Dazu wurden auch die Bewohner und lokale Unternehmen ins Boot geholt. Sie konnten sich kostenlos die E-Lastenfahrräder ausleihen und ihre Ideen und Erfahrungen einbringen, um Nutzungsmöglichkeiten zu optimieren und ein Leihsystem zu entwickeln. Zusätzlich wurden für unterschiedliche Firmen wie etwa Edeka oder den Bio-Lieferdienst Landkorb Lebensmittel an Kunden ausgeliefert. Nach Angaben des Bezirksamtes wurde deutlich, dass besonders ältere Menschen nicht auf die online anzufordernden Lieferdienste des Lebensmitteleinzelhandels zugreifen können, diesen Service zur Verbesserung ihrer Lebensqualität aber gerne nutzen würden. Der „KiezFreund“ soll diese Lücke nun schließen.

Oliver Schruoffeneger (Bündnis 90/Grüne), Stadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt, erklärt die Notwendigkeit dieser Verschränkung von Bürgerschaft, Wirtschaft und Verwaltung: „Der ,KiezFreund' soll als Bindeglied zwischen Bevölkerung und lokaler Wirtschaft einen neuen Aspekt der kommunalen Daseinsvorsorge erproben. Der umweltfreundliche Lieferservice mit E-Lastenrädern soll die Kieze nach den Bedürfnissen der Bewohner versorgen, damit wollen wir die Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen und den nachbarschaftlichen Zusammenhalt nachhaltig fördern.“

Sechs Wochen können die Insulaner und Bewohner des Klausenerplatzkiezes nun bei den jeweiligen Standorten vor Ort anrufen und sich kostenlos mit Lebensmitteln beliefern oder bei anderen Transporten helfen lassen. Rolf Mienkus vom insel-projekt.berlin, neben der Technischen Universität und der Fahrschule inno.M/Elfatrans Partner des Bezirks, beschreibt den ersten Auftrag: „Über nebenan.de sind wir mit einer Frau in Kontakt getreten, die ein 20 Kilogramm schweres Paket von A nach B zu transportieren hatte. Sie hat uns gebucht und war anschließend begeistert.“ Aktiv auf mögliche Kunden zugehen, Plakate aufhängen und Flyer verteilen, so soll der „KiezFreund“ bekannt werden und in Schwung kommen. „Aber schon jetzt flattern einige Aufträge in die beiden Häuser“, sagt Mienkus.

Der „KiezFreund“ fällt in die letzte Phase des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekts, Anfang August ist Schluss mit „distribut-e“. Dann wird ausgewertet, ob und wie sich der Einsatz der E-Packesel verstetigen und auf weitere Quartiere übertragen lässt. Für die Zeit nach Abschluss dieses kostenlosen Feldversuchs wird bereits an quartiersbezogenen Bestell- und Bezahllösungen gearbeitet, die von den Bewohnern analog und digital genutzt werden können. Ziel ist die Etablierung eines Betreiberkonzeptes, das gemeinsam mit den lokalen Gewerbetreibenden, beispielsweise in Form einer Genossenschaft, organisiert wird. „Interessenten werfen Geld in einen Topf, so dass die Person, die den Liefer- und Abholservice künftig betreibt, auch davon Leben kann“, so Mienkus.

Der "KiezFreund" ist Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 12 Uhr für telefonische Buchungen unter den Rufnummern 809 247 12 (Klausenerplatzkiez) und 340 925 30 (Mierendorffkiez) zu erreichen und zwischen 10 Uhr und 17 Uhr in den beiden Quartieren unterwegs.

Autor:

Matthias Vogel aus Charlottenburg

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