Fünfmal Begegenungszone
Ausstellung an den Parklets stellt Varianten für Gestaltung der Bergmannstraße vor

Eine der fünf Ausstellungstafeln auf einem Parklet an der Bergmannstraße.
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  • Eine der fünf Ausstellungstafeln auf einem Parklet an der Bergmannstraße.
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Die Schaubilder tragen Überschriften wie "Grünraum statt Autoverkehr", "Fahrradachse" oder „Einbahnstraße und Raum für Alle“. Auch eine "Null-Variante" wird gezeigt. Bei der soll alles so bleiben wie vor Beginn der Testphase.

Fünf Alternativen zum weiteren Fortgang beziehungsweise in einem Fall zum Nicht-Fortgang der geplanten Begegnungszone werden seit 9. September in einer Freiluftausstellung auf den Parklets entlang der Bergmannstraße gezeigt. Jeder Interessierte hat die Möglichkeit, sich ein Bild zu machen und die Vorschläge zu bewerten, persönlich, per Mail oder via Online-Plattform. Die Meinungsäußerungen fließen dann in den endgültigen Entwurf, eventuell auch zwei Entwürfe ein, über die die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im kommenden Jahr endgültig entscheiden soll.

So weit das aktuelle Procedere zum Dauerthema Begegnungszone. Es soll nicht zuletzt für Konsens sorgen, möglicherweise auch dadurch, dass die Endfassung Elemente aus verschiedenen Vorschlägen enthält.

Erarbeitet wurden die Varianten in zwei Werkstätten Mitte August mit insgesamt 100 Teilnehmern. Die seien als demographischer Querschnitt des Kiezes unter 130 Bewerbungen ausgewählt worden, erklärte Felix Weißbrich, Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes. Die interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich wiederum auf ein Anschreiben des Bezirks gemeldet, das sie zum Mitmachen an den Werkstätten aufgerufen hatte. Dieser Brief ging an 4000 Haushalte. Ebenso so viele waren bereits zuvor nach ihrer Meinung zur künftigen Begegnungszone befragt worden. Diese Stellungnahmen bildeten wiederum die Grundlage der Workshops.

Weniger Verkehr - aber wie?

Bei der Umfrage sei deutlich geworden, dass eine große Mehrheit Veränderungen und weniger Verkehr in der Bergmannstraße wünsche, resümierte Felix Weißbrich. Auf welche Weise das passieren soll, da gingen die Ansichten allerdings auseinander. So wie auch bei den jetzt vorgelegten Varianten. Eine stellt ein generelles, eine andere ein teilweises Durchfahrverbot für Autos vor. Nur die Zufahrt zum Gesundheitszentrum soll jeweils weiter gewährleistete werden. Ein Entwurf präferierte eine Einbahnstraßenregelung. Geteilt durch die Kreuzung Nostitzstraße soll der Verkehr dann nur entweder nach Osten oder Westen möglich sein. Einschränkungen für den Radverkehr sind in zwei Planskizzen vorgesehen. Die Pedaltreter sollten künftig über die Gneisenaustraße geführt werden. Eine andere will, Stichwort Fahrradachse, genau das Gegenteil.

Gemein ist allen Varianten, dass die Verbindung von Zossener- zur Friesenstraße an der Marheineke-Markthalle für den motorisierten Individualverkehr gekappt werden soll. Lediglich BVG-Busse und Rettungsfahrzeuge sollten noch passieren dürfen. Deren Durchfahrt könnte, so eine Idee, durch Poller gewährleistet werden, die durch einen interaktiven Code den Weg freigeben.

Manches an den Vorschlägen ist noch unausgegoren. Auch mögliche Konsequenzen werden noch eine Rolle spielen, zum Beispiel die Auswirkungen auf umliegende Straßen sollte die Bergmannstraße wirklich autofrei werden. Dazu bleibt auch die Frage, ob sich das eine oder andere schon finanziell umsetzen lässt. Etwa eine ebenfalls mehrfach gewünschte "Niveauanhebung" von Straße und Gehweg auf gleiche Höhe. Das würde pro Quadratmeter rund 400 Euro kosten, ist als Expertenhinweis ebenfalls auf den entsprechenden Tafeln vermerkt.

"Reallabor" am 20. September

So gesehen bedeuten die Vorschläge jetzt eine Art Spielmaterial, mit dem sich weiter auseinandergesetzt werden muss. Auch im Rahmen des sogenannten „Reallabors“, das am 20. September stattfindet. An diesem Tag soll aufgezeigt werden, wie die Vorschläge konkret im Straßenbild aussehen.

Bei der „Alles soll so bleiben wie es war“-Variante ist das am einfachsten. Sie war auch nicht Thema der Werkstätten, sondern geht auf einen Beschluss der BVV zurück, die auch diese Alternative als Möglichkeit berücksichtigt wissen wollte.

Nach der Freiluft-Schau sollen die Parklets und auch die grünen Punkte auf der Straße ab dem 23. September verschwinden. Das Ende von Parklets und Punkten wurde ebenfalls mehrheitlich vom Bezirksparlament gefordert und zwar eigentlich schon für Ende Juli. Dass das erst ungefähr zwei Monate später passiert, wurde nicht zuletzt mit der geplanten Open-Air-Galerie begründet.

Andere Elemente der bisherigen Testphase sollen dagegen weiter bleiben, sagte Stadtrat Florian Schmidt (Grüne). Etwa die Poller an manchen Kreuzungen. Diese zu entfernen, sei nicht verlangt worden.

Nach der Ausstellung werden die Ergebnisse zusammengefasst und dann in einer Bürgerversammlung präsentiert. Das letzte Wort hat die BVV, die wahrscheinlich im ersten Halbjahr 2020 darüber entscheidet. Ein positives Votum vorausgesetzt, wird es aber Minimum zwei weitere Jahre dauern, bis die Begegnungszone fertig ist.

Die Ausstellungstafeln befinden sich an den Parklets der Bergmannstraße zwischen Schenkendorff- und Nostitzstraße. Online angeschaut und bewertet werden können sie unter www.begegnungszonen.berlin.de oder meinberlin.de/projects/begegnungszone. Fragen und Anregungen dazu per E-Mail an begegnung@raumscript.de, Telefon: 89 20 85 18.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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