Neun verbrannte Fahrzeuge
Schwerer Anschlag auf das Ordnungsamt Neukölln

Ein Bild der Zerstörung: Die Dienstfahrzeuge waren nicht mehr zu retten.
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  • Ein Bild der Zerstörung: Die Dienstfahrzeuge waren nicht mehr zu retten.
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Der Fuhrpark des Ordnungsamts ist zerstört: Am Sonntag, 20. Januar, gegen 22 Uhr zündeten Unbekannte die neun Fahrzeuge auf dem Gelände an der Juliusstraße an. Der Schaden wird auf 200 000 bis 250 000 Euro geschätzt.

Ein Anwohner hatte einen lauten Knall gehört und danach mehrere brennende Autos auf dem Gelände entdeckt. Die alarmierte Feuerwehr rückte mit über 40 Leuten an, löschte die Flammen und konnte ein Übergreifen auf das Gebäude verhindern. Die sieben Pkw, der Lieferwagen und das auf Probe angeschaffte Elektrofahrzeug waren jedoch nicht mehr zu retten. Der Staatsschutz ermittelt.

Die Brandstifter hatten ihre Tat offensichtlich gut geplant, denn Zaun und Mauer, die das Gelände umschließen, sind rund drei Meter hoch und am oberen Ende mit Nato-Stacheldraht gesichert. Eine Videoüberwachung gibt es allerdings nicht.

Erst mal keine Sprechstunden

Bürgermeister Martin Hikel (SPD) war noch in Tatnacht vor Ort, um sich ein Bild zu machen. Neben den zerstörten Autos sei an etlichen Stellen des Amtsgebäudes der Putz von den Wänden geplatzt, Doppelfenster seien gesprungen und im Inneren habe sich beißender Geruch ausgebreitet, berichtet er. Um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen, wurden alle Sprechstunden bis zum 25. Januar abgesagt.

„Klar ist: Dieser Anschlag ist auf das Allerschärfste zu verurteilen. Genauso klar ist aber auch, dass wir uns davon nicht unterkriegen lassen“, sagt er. Hintergründe und Motive seien noch unklar, Spekulationen fehl am Platz. Dennoch: Fast im selben Atemzug spricht er von den Schwerpunkteinsätzen, die das Ordnungsamt regelmäßig mit Staatsanwaltschaft, Zoll und Polizei organisiert. Dabei werden besonders im Norden des Bezirks Cafés, Wettbüros, Shisha-Bars, Imbisse und Kneipen kontrolliert, um kriminellen Machenschaften auf die Spur zu kommen. Nur zwei Tage vor dem Anschlag hatte ein solcher „Verbundeinsatz“ stattgefunden.

Racheakt für Gewerbekontrollen?

Burkard Dregger, Vorsitzender CDU-Fraktion Berlin, hegt deshalb den Verdacht, es habe sich um „einen Racheakt krimineller Clans“ gehandelt. Er fordert eine schnelle Aufklärung des Falls und eine Stärkung der Polizeirechte gegenüber krimineller Großfamilien – zum Beispiel Erleichterungen bei der Telefonüberwachung und Videoaufklärung.

Auch die Bundesfamilienministerin und frühere Bezirkschefin Franziska Giffey (SPD) meldete sich via Facebook zu Wort. Sie sei fassungslos, schrieb sie. „Wieder einmal sind die angegriffen worden, die jeden Tag vor Ort durchsetzen, was wir Politiker und auch große Teile der Bevölkerung immer wieder fordern: Regeln müssen für alle gelten, weil davon unser funktionierendes Gemeinwesen abhängt.“ Und an die Angestellten gewandt: „Meine volle Solidarität gilt Euch! Lasst Euch nicht unterkriegen!“

Solidarität aus der Stadt

Allen Widrigkeiten zum Trotz geht die Arbeit des Ordnungsamts nahtlos weiter. Zwei Ersatzfahrzeuge wurden schnell herbeigeschafft, Tempelhof-Schöneberg half mit zwei weiteren Autos aus, ein fünftes stellte das Grünflächenamt zur Verfügung. „Wir freuen uns sehr über die große Kollegialität und Unterstützung aus der ganzen Stadt“, so Hikel.

Die Bezirksverordneten haben bei ihrer Sitzung am 23. Januar auf Antrag der Grünen eine Entschließung verabschiedet. Darin verurteilen sie einstimmig den Brandanschlag und bekundeten ihre Solidarität mit dem Ordnungsamt.

Ein Bild der Zerstörung: Die Dienstfahrzeuge waren nicht mehr zu retten.
Die Wagen des Ordnungsamt brannten völlig aus.
Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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