Die allerletzte Brache: Investor will Kongresszentrum auf dem Schlachthof bauen

Auf dieser großen, noch eingezäunten Fläche soll das Kongresszentrum entstehen.
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Prenzlauer Berg. Die letzte Brache auf dem Gelände des alten Schlachthofs soll verschwinden. An der Landsberger Allee, kurz vor dem S-Bahngraben wird voraussichtlich ein Kongresszentrum entstehen.

Auf dem Schlachthof an der Eldenaer Straße sollte es Anfang der 90er-Jahre rasch vorangehen. Dort war ein neuer Stadtteil geplant. Der Senat träumte noch von den olympischen Spielen 2000. Er gründete eigens die Stadtentwicklungsgesellschaft Eldenaer Straße (SES). Auf dem Areal sollte unter anderem das Mediendorf entstehen. Nach dem Platzen der Olympia-Träume ging die Entwicklung nur schleppend voran.

Die SES erhielt den Auftrag, erst einmal die Infrastruktur auf dem 50-Hektar-Areal herzustellen. Zugleich sollten Investoren für Gewerbe- und Wohnprojekte gefunden werden. Aber der Bedarf an Wohnungen und Gewerbeflächen war bis Ende der 90er-Jahre rapide gesunken. So wurden von den 1300 geplanten Wohnungen bis Ende 2007, als die SES vom Senat aufgelöst wurde, nur 430 gebaut. Auch auf den reservierten Gewerbeflächen tat sich nicht viel.

Regelrechter Bauboom

Alle noch freien Grundstücke wurden an den Liegenschaftsfonds übergeben. Dieser sollte sie vermarkten. Zu diesem Zeitpunkt nahm der Immobilienmarkt in Berlin wieder Fahrt auf. Die Grundstücke des Schlachthofs waren plötzlich gefragt. Es setzte ein regelrechter Bauboom ein. Hunderte Wohnungen, Grünanlagen und Kitas entstanden. Und auch alle Gewerbeflächen sind bebaut – bis auf die Brache an der Landsberger Allee.

Für diese gab es bereits mehrere Interessenten. Fünfmal nahmen Investoren mit recht konkreten Ideen Anlauf. Bebauungspläne wurden aufgestellt, und es besteht inzwischen Baurecht für die Fläche. Nun verdichten sich die Anzeichen dafür, dass die Firmengruppe, die das benachbarte Andel‘s Hotel besitzt, auf dieser Fläche ein neues Konzept umsetzen wird. Sie will ein Kongress- und Veranstaltungszentrum bauen, sagt Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen). In den denkmalgeschützten Hallen, die noch auf dieser Fläche stehen, sollen Handel, Gastronomie und Gewerbe angesiedelt werden. Eine Fußgängerbrücke solle das Hotel mit dem künftigen Kongresszentrum verbinden.

Bedarf an Kongresssälen enorm

Von der Dimension her soll das Kongresszentrum die Lücke zwischen den ganz großen wie dem Estrel und den vielen kleineren Veranstaltungsorten schließen, so der Stadtrat. Der Bedarf an mittleren Kongresssälen sei enorm.

Damit Nachbarn mehr über das Vorhaben erfahren, soll im Frühjahr eine Bürgerversammlung organisiert werden. Diesen Auftrag erhielt das Bezirksamt von der Bezirksverordnetenversammlung. Dann wird auch mehr zu den konkreten Plänen des Investors zu erfahren sein. BW

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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