Drogenproblem: Schöneberg-Nord sorgt weiter für Negativschlagzeilen

Schöneberg. Schönebergs Norden steht auf der Polizei-Liste der besonders gefährlichen Orte in Berlin. Durch eine Große Anfrage der AfD in der BVV wurde bekannt, dass Anwohner des Kulmerkiezes zunehmend mit Drogenhandel und -kriminalität konfrontiert sind.

Als Versteck der Drogendealer und ihrer Kunden dienen dunkle Nischen und Hauseingänge. Gehandelt wird auch am S- und U-Bahnhof Yorck- und Großgörschenstraße. Zwischen dem 12. April und dem 20. Juni dieses Jahres gab es schon drei Anwohnertreffen. Es wurde der Ratschlag erteilt, auch nachts die Beleuchtung in Fluren und Eingängen anzulassen. Die Anwohner wurden informiert, wie mit gebrauchten Spritzen und Drogenkonsumenten umzugehen sei. An die für die öffentliche Beleuchtung zuständige Stromnetz Berlin GmbH erging die Bitte, die Beleuchtung in den Straßen zu überprüfen.

Hartes Durchgreifen gefordert

Die AfD fordert hartes Durchgreifen: „Drogenkriminalität ist kein Kavaliersdelikt“, so ihr Verordneter Karsten Franck. Der Bezirk kann nur flankierende Maßnahmen ergreifen. Die Bekämpfung von Drogenhandel und Drogenkriminalität sei allein Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaft, sagten Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und ihr Stellvertreter, Stadtrat Jörn Oltmann (Grüne). Beide nannten Maßnahmen, die der Bezirk ergreift. Akteure aus der Nachbarschaft, soziale Einrichtungen, Wohnungsbaugesellschaften, Polizei und Verwaltung finden in Gremien und Arbeitskreisen zusammen. Das Quartiersmanagement ist inzwischen auch mit dem Thema Drogenhandel in Berührung gekommen und versucht auf seine Weise, durch „Nachbarschaftsarbeit“, auf das Problem aufmerksam zu machen.

Von der AfD-Anfrage fühlte sich vor allem die grüne Fraktion provoziert. Der Verordnete Marius Feldkamp meinte, die Anfrage diene keiner „strukturierten Informationsgewinnung“. Sein Fraktionskollege Bertram von Boxberg nannte die Anfrage „eine Unverschämtheit“. Dass Schöneberg-Nord ein kriminalitätsbelasteter Ort sei, sei ihm „egal“, so Bertram von Boxberg. „Ich weiß, es ist kein Kuschelkiez.“ Es gebe ein Drogenproblem und es müsse auch so benannt werden, sagte von Boxberg weiter. Der Politiker schlug vor, dass Quartiersmanagement über 2021 hinaus fortzuführen. KEN

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