Wichtige Projekte beginnen 2019
Altstadt wandelt sich merklich

Das Gerüst ist weg, das Dach saniert. Jetzt ist die Fassade des Gotischen Hauses an der Reihe.
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  • Das Gerüst ist weg, das Dach saniert. Jetzt ist die Fassade des Gotischen Hauses an der Reihe.
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Die Altstadt wandelt sich. Ihr Umbau beginnt 2019. Dafür gibt es bis zum Jahr 2025 bis zu 50 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Hier die ehrgeizigsten Projekte im Überblick – vorgestellt im 4. Altstadtplenum:

Reformationsplatz: Spätestens im nächsten Sommer soll es mit dem ersten Bauabschnitt losgehen und zwar auf der Südseite des Platzes mit dem Denkmal Kurfürst Joachims II. Dort werden unter anderem das Pflaster erneuert, die Rasenspiegel vergrößert, Sichtachsen geöffnet, weitere Laternen aufgestellt und der Kircheneingang sichtbarer gemacht. Auch ein Kunstwerk aus Lichtstelen ist auf der Südseite geplant. 2020 geht es dann mit der Nordseite, dem früheren Heinrichplatz mit dem Schinkel-Denkmal weiter. Kosten: rund 1,2 Millionen Euro.

Gotisches Haus: Berlins ältestes erhaltenes Bürgerhaus, errichtet Mitte des 15. Jahrhunderts, beherbergt ein Museum und die Touristeninformation. Das baufällige und teilweise undichte Dach wurde bereits saniert und bekam eine neue rotbraune Biberschwanzdeckung (Dachziegel). Jetzt soll noch der Durchgang zum Innenhof historisch und barrierefrei wiederhergestellt werden. Auch ein Hebelift für Rollstühle ist geplant. Und es folgen kleinere Arbeiten an der Fassade und der Brandmeldeanlage. Kosten: etwa 300.000 Euro.

Stadtbibliothek: Das Haus hat wegen der stetig steigenden Besucherzahl seine Kapazitätsgrenze erreicht. Es fehlen Gruppenarbeitsräume, Arbeits- und Ruhezonen, Treffpunkte sowie multifunktional nutzbare Bereiche. Neben der räumlichen Mängel muss die Bibliothek dringend saniert werden: Dach nebst Dachstuhl, Fenster, Keller und Fassade. Aktuell werden die Bauplanungsunterlagen erarbeitet. Geschätzte Kosten: 18 Millionen Euro.

Charlottenbrücke: In den Brückenköpfen gab es früher Sanitär- und Versorgungsräume. Heute stehen sie leer, sind stark sanierungsbedürftig und immer wieder Vandalismus ausgesetzt. Eine Machbarkeitsstudie prüft gerade, wie die Brückenköpfe neu gestaltet und genutzt werden können – auch um Angsträume unter der Brücke abzubauen.

Stresowufer: Noch ist das östliche Havelufer gegenüber der Altstadt öffentlich nur schwer oder gar nicht zugänglich. Ein vier Meter breiter begrünter Uferweg für Fußgänger und Radfahrer soll das ändern. Führen soll er von der Dischingerbrücke an der Ruhlebener Straße bis zur Spreemündung (alte Geschützgießerei) und möglichst weiter gen Zitadelle. Auch der Stresowplatz soll aufgehübscht werden. Die Machbarkeitsstudie für den Uferweg liegt seit Juli vor. Sie hält auch das im Bürgerhaushalt vorgeschlagene Restaurantschiff mit dauerhaftem Ankerplatz am Havelufer in Höhe des Stresowparks für realisierbar. Die Planungen aus dem Umwelt- und Naturschutzamt sind abgestimmt mit dem Ausbau der Havel im Rahmen des Verkehrsprojektes „Deutsche Einheit Nr. 17“. Damit soll es in zwei Jahren losgehen. Parallel dazu könnte der Uferweg beginnen.

Musikschule: Im zweiten Halbjahr 2018 ging es mit dem Fenstertausch und der Fassadensanierung im Innenhof los. Ab 2019 folgen die Umbaumaßnahmen im Inneren, der Anbau eines Aufzuges sowie Arbeiten an den Außenanlagen. Geplant sind in dem viergeschossigen denkmalgeschützen Backsteingebäude außerdem barrierefreie Toiletten, kindergerechte WC-Anlagen und ein Wickelraum. Dazu werden Heizung, Elektroanlagen und die Beleuchtung optimiert, Fenster und Bodenbeläge saniert, gemalert und die Akustik verbessert. Im Kellergeschoss sind Übungsräume für Bands und Schlagzeuger vorgesehen. Kosten: 4,3 Millionen Euro. Ab dem Jahreswechsel 2020/21 soll die Musikschule dann aus dem „Alten Kant“ zurückziehen.

Marktplatz: Der Marktplatz wurde zuletzt 1982 umgestaltet. Nun sind eine Neugliederung des Straßenraums und der Austausch des alten Kleinpflasters vorgesehen, das weder behindertengerecht noch komfortabel ist. Stattdessen soll es einen Mix aus Granitplatten, gesägtem Großpflaster und Mosaikpflaster geben. Die Höhenunterschiede werden angeglichen, der Platz also begradigt. Deswegen verschwinden die Treppenstufen – ebenso wie die 32 Meter lange „Havelwelle“, auch „Pinkelrinne“ genannt. Der Brunnen des Künstlers Günter Ohlwein weicht auf die Grünanlage am Ziegelhof. Dazu sind neue Baumreihen oder Bauminseln und Bänke auf dem Marktplatz angedacht. Über versenkbare Poller an den Zufahrten wird noch nachgedacht. Kosten: über eine Million Euro. Baubeginn soll drei Jahren sein.

Rathausvorplatz: Der soll ebenfalls umgestaltet werden. Die Zugangsrampe zum U-Bahnhof und die Mauer am nordwestlichen Platzende verschwinden. Die Planer stellen sich hier den Neubau eines Pavillons vor, in den die Touristeninformation einziehen könnte. Der Radverkehr soll – wenn möglich – künftig hinter den Bushaltestellen verlaufen. All das ist allerdings noch im Planungsstadium. Für den Platz gibt es zwei Namensvorschläge: Werner Salomon und Eduard Zimmermann.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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