Szenische Lesung der Literatur-Garage
Das Bildnis und die Last der Leidenschaften

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Falkenhagener Feld.
Eine Couch - drei vergoldete Rahmen - acht hölzerne Kreuze - aussagekräftige Requisiten für die Macher/-innen der Literatur Garage, die am Freitag, den 23. August 2019 um 19.30 Uhr ihre szenische Lesung
"Dorian Gray" nach der Roman-Vorlage von Oskar Wilde zur Aufführung bringen. Spielort ist das Café der JTW Spandau in der Gelsenkircher Str. 20.

Die literaturbegeisterten Jugendlichen (17-25 Jahre) haben sich diesmal für das 19. Jahrhundert und den einzigen Roman Wildes (1890) entschieden.
Ihren  Standort in der Zentralbibliothek Spandau haben sie gegen die Jugendtheaterwerkstatt eingetauscht. Ursprünglich verstanden sie sich als eine Mischung aus Lesebühne und Jugendliteratur-Jury, die von einer mittlerweile pensionierten Bibliothekarin unterstützt und von Bezirksstadtrat Hanke (CDU) gefördert wurde.
Am neuen Ort soll nicht mehr nur gelesen und diskutiert, sondern eben auch inszeniert werden. "Wir wollen mit Sprache spielerisch experimentieren und die Stoffe gemeinsam aus unterschiedlichen Perspektiven interpretieren." sagt einer der acht Akteure. "Und wir sind unser eigener Regisseur!" ergänzt die Darstellerin der Sibyl Vane, die im Roman die betrogene Verlobte des Schönlings ist. Reizvolle Themen bietet die Geschichte des Dorian Gray, einem reichen Angehörigen der englischen Oberschicht, allemal: Das Verhältnis der Geschlechter, Sexismus, Homosexualität, aber auch der Vergleich des Moralbegriffs im viktorianischen Zeitalter und der Gegenwart  liefern kontroversen Diskussionsstoff. Bei der Textarbeit kristallisierte sich das Interesse an autobiografischen Bezügen zum Autor selbst heraus, dessen Roman bei Erscheinen als unwürdig empfunden und Gegenstand des sogenannten "Unzucht-Prozesses" gegen Wilde wurde.
Und dann zauberte sich eine neue Textvorlage zurecht.
Heraus kam eine gelungene Mischung aus Eingesprochenem aus dem Outback, vorgetragenen Passagen und inszenierten Dialogen wichtiger Schlüsselszenen. Die drei geheimnisvollen Bilder der Schlüsselfigur, gemalt von der Akteurin Thu Tra Tran Pham, werden dem Zuschauer erst nach und nach enthüllt. Sie zeigen eindrucksvoll den geistig-körperlichen Verfall des Abgebildeten, der jung und schön bleibt, während sein Image ihm seine moralische Verwerflichkeit widerspiegelt. Zwei Morde und ein Suizid geben dem Ganzen das schaurig-schöne Drama-Potential. Beobachtet man die Acht bei der Probenarbeit, wird ihre freundschaftliche Verbundenheit spürbar und obwohl bald ein paar von ihnen ins Ausland gehen oder ins Studium eintauchen, sind sie jederzeit offen für neue Freunde der inszenierten Literatur.

Autor:

Sabine Wreski aus Spandau

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