Bezirksamt schließt eigene Betriebskita aus
Zu wenig Bedarf und zu teuer

Corona- Unternehmens-Ticker

Das Bezirksamt schließt eine eigene Rathauskita aus. Der Betrieb sei unwirtschaftlich, heißt es. Die CDU als Antragsstellerin ist „enttäuscht“.

Das Bezirksamt hat dem Betrieb einer eigenen Betriebskindertagesstätte eine Absage erteilt. Sie sei „nicht zielführend, da die Wirtschaftlichkeit nicht gegegeben ist und der Bedarf nach aktueller Datenlage nicht gesehen wird“, heißt es im Abschlussbericht aus dem Rathaus.

Kita sollte das Rathaus attraktiver machen

Dort war der Antrag der CDU-Fraktion geprüft worden, die mit einem Kindergarten für die Rathausmitarbeiter das Bezirksamt als Arbeitgeber attraktiver machen wollte. Die Verwaltung hat bekanntlich Probleme damit, vakante Stellen zu besetzen.

Eine Kita direkt im Rathaus hatte Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) aus Platzmangel frühzeitig ausgeschlossen. Die Kosten für den Erwerb einer Immobilie in Rathausnähe wiederum seien inklusive Betriebskosten nicht abschätzbar, teilt Kleebank mit. „Betriebskindertagesstätten werden grundsätzlich nicht gefördert.“ Hinzu kämen die Personalkosten für Erzieher und Kitaleitung, die sich nach der Anzahl der betreuten Kinder richten.

Nur 30 Kinder wohnen in Spandau-Mitte

Wie viele das sein könnten, hat man im Rathaus ausgerechnet. Von 1836 Beschäftigten haben demnach 983 Kinder in allen Altersgruppen. Für eine Betriebskita potenziell in Frage kämen davon 221 Kinder der Jahrgänge 2015 bis 2020. Von denen wohnen laut Bezirksamt aber nur 30 in Spandau-Mitte (Altstadt). Alle anderen kämen aus anderen Ortsteilen und müssten mit dem Wechsel in die Betriebskita somit ihr „aufgebautes soziales Umfeld“ verlassen. „Daher ist grundsätzlich davon auszugehen, dass Eltern die Kita ihrer Kinder für die betriebliche Kinderbetreuung nicht wechseln.“ Betreiben müsste die eigene Betriebskita das Jugendamt. Das kommt im Abschlussbericht wegen fehlender „materieller und formalrechtlicher Voraussetzungen“ ebenfalls zu einer negativen Einschätzung.

Nachbarbezirk als Vorbild der CDU

Die CDU-Fraktion zeigt sich enttäuscht. „Wer etwas will, findet Wege“, kritisiert Fraktionschef Arndt Meißner und wirft dem Bürgermeister mangelnde Phantasie vor, wie eine Rathauskita gelingen könnte. „Uns geht es dabei ja nicht um die bloße Kinderbetreuung als solche. Viele Stellen im Rathaus sind dauerhaft unbesetzt oder werden schnell wieder frei, das wollen wir ändern.“ Eine Rathauskita wäre ein wirksames Mittel gegen die Abwanderung von Verwaltungsmitarbeitern in die Bundes- und Landesverwaltung. Meißner verweist außerdem auf Charlottenburg-Wilmersdorf, wo man anders als in Spandau Räumlichkeiten für eine Rathauskita bereits konkret prüfe.

Möglich wäre noch eine betriebsnahe Kita, bei der das Bezirksamt also nicht selbst der Träger ist, wo aber Plätze für Kinder von Rathausmitarbeitern freigehalten werden könnten. Geeignete Kita-Träger gäbe es laut Bezirksamt in Spandau, sofern ein passendes Objekt aus dem Bezirksbestand gefunden werde. Aber: „Auch hier muss berücksichtigt werden, dass eine Kita mit weniger als 75 Plätzen für Träger nicht attraktiv ist.“

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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