Gröhler: Adenauer-Statue in Holzkiste ist ein Affront

Streit um eine schützende Kiste: Hinter diesen Brettern verschwand die Statue Konrad Adenauers – zum Ärger seiner Partei.
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Charlottenburg-Wilmersdorf. Beschädigt ein Holzverschlag die Kanzlerwürde? Der Bundestagsabgeordnete Klaus-Dieter Gröhler (CDU) sieht es so. Und fordert Bezirk und BVG auf, die für Bauarbeiten verpackte Bronzefigur am Adenauerplatz zu enthüllen – spätestens zu Adenauers Todestag.

Das Ebenbild des Konrad Adenauer ist für die CDU nicht irgendein Objekt. Erst recht nicht an einem Ort, der seinen Namen trägt. Die Rede ist von der bronzenen Figur des CDU-Kanzlers auf dem Adenauerplatz. Und von ihrer Einhausung in einer Bretterbox. An für sich kein ungewöhnlicher Vorgang, wenn es gilt, wertvolle Installationen vor möglichen Bauschäden zu bewahren. Berlin ist voll von Schutzgütern hinter Holz. Auch Brunnen bekommen über den Winter eine Verpackung, um Frost und Graffitikünstler fernzuhalten.

Keine Sensibilität

Doch die Aussage der BVG, eine Verpackung der Kanzlerfigur diene dem Schutz, während man den U-Bahnhof am Adenauerplatz um einen Aufzug erweitert, stellt Klaus-Dieter Gröhler nicht zufrieden. Jetzt fordert der Charlottenburg-Wilmersdorfer Bundestagsabgeordnete im Namen der CDU die Enthüllung. „Der Umgang mit dem Gedenken an den Erstkanzler durch die BVG sowie durch den zuständigen Baustadtrat des Bezirks, Oliver Schruoffeneger, entbehrt jeglicher Sensibilität und lässt Geschichtsbewusstsein vermissen“, zürnt Gröhler in einem Brief. Weiterhin heißt es: „Es steht fest, dass während der Bauarbeiten ein Schutz der Bronzestatue von Nöten ist. Dies wäre aber auch in Form eines Plexiglaskastens oder aber zumindest einer bedruckten Plane am Bauzaun möglich gewesen“, nennt er Alternativen.

Da die Holzkistenlösung schon während Adenauers Geburtstag am 5. Januar hinzunehmen war, sieht der Abgeordnete spätestens zum nächsten bedeutsamen Datum Handlungsbedarf. Noch vor Adenauers 50. Todestag am 19. April soll die BVG eine bessere Lösung präsentieren.

BVG ist verwundert

Eine Art Schneewittchensarg wird es allerdings nicht geben. Auf Nachfrage zeigt sich BVG-Sprecherin Petra Reetz über die Empfindlichkeit Gröhlers verwundert. Und verweist auf die Allgemeingültigkeit der Holzkastenlösung in ganz Berlin. „Auch bei wertvollen Figuren bei Bauarbeiten Unter den Linden macht man das so“, entgegnet Reetz. „Der Schutz vor chemischen Vorgängen ist dadurch am besten gewährleistet. Das hat überhaupt nichts mit fehlendem Respekt vor Konrad Adenauer zu tun.“

Offen zeigt sich die BVG aber für die Anregung, den Inhalt der Box kenntlich zu machen. Entsprechende Folien, die auf Konrad Adenauer hinweisen und sein Porträt zeigen, dürfe Gröhler gerne gestalten. tsc

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