Novemberrevolution interaktiv
Orte der Ereignisse vor 100 Jahren

Der Ausstellungsraum mit einer Bezirkskarte, die digital abgewandert werden kann. Auf dem Monitor dahinter sind Filmaufnahmen aus den Tagen der Revolution zu sehen.
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  • Der Ausstellungsraum mit einer Bezirkskarte, die digital abgewandert werden kann. Auf dem Monitor dahinter sind Filmaufnahmen aus den Tagen der Revolution zu sehen.
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Schon mal etwas von Dr. Alfred Bernstein gehört? Wahrscheinlich nicht. Der Mann ist inzwischen nur noch Fachhistorikern ein Begriff.

Vor 100 Jahren war er nicht ganz unbekannt. Der damalige Anarcho-Sozialist rief zum Beispiel Frauen zum "Gebährstreik" auf, um so zum Widerstand gegen das Patriarchat zu mobilisieren. Und in der Nacht vom 11. zum 12. Januar 1909 bot er in seiner Wohnung in der Blücherstraße 13 zwei Verfolgten und wenige Tage später Ermordeten Quartier: den Kommunistenführern Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

Deshalb taucht Alfred Bernstein auch in der Ausstellung "Frieden, Freiheit, Brot" zu 100 Jahre Novemberrevolution auf, die bis 31. März im Friedrichshain-Kreuzberg Museum gezeigt wird. Sie beschäftigt sich mit den damaligen Ereignissen im heutigen Bezirk. Und das interaktiv.

Mit eigenem Smartphone oder ausleihbaren Tablets können Besucher die Schauplätze nachvollziehen. Davon gab es einige. Bei Knorr-Bremse in der Neuen Bahnhofstraße bildete sich der erste Berliner Arbeiter- und Soldatenrat. Die Ereignisse um das besetzte und dann freigekämpfte Gebäude der SPD-Parteizeitung "Vorwärts" an der Lindenstraße tauchen auch in Gesamtbetrachtungen der damaigen Ereignisse immer wieder auf. Ebenso wie die Rolle der Soldaten in der Dragonerkaserne am Mehringdamm, auf dem heutigen Dragonerareal.

Anderes, wie das Nachtlager in der Wohnung von Alfred Bernstein, ist dagegen weniger bekannt. Oder die Brotrevolte, zu der Frauen wegen der Lebensmittelknappheit bereits 1915 auf dem Boxhagener Platz aufriefen. Sie wird als eine Vorgeschichte der Erhebung gut drei Jahre später vorgestellt.

Die Revolution 1918/19 ist ein facettenreiches, zwiespältiges Ereignis. Auch das machte es 100 Jahre später nicht ganz einfach, sie einzuordnen. Sie brachte den Sturz der Monarchie und damit auch des Obrigkeitsstaats. Es folgten sehr schnell Errungenschaften, die bis heute gültig sind. Acht-Stunden-Arbeitstag, Tarifautonomie, das Frauenwahlrecht. Die Revolutione war aber schnell geprägt vom Kampf um die künftige Staatsform. Parlamentarische Demokratie oder Räterepublik. Eine Auseinandersetzung, die vor allem von den Parteien der Linken im wahrsten Sinne "bis aufs Blut"geführt wurde.

Und die Ausstellung weist auch in die Gegenwart und Zukunft. Was bedeutet Revolution? Wann ist sie ein legitimes Mittel? Fragen, mit denen sich Besucher bis zum 20. Januar in einem Aktionsraum auseinandersetzen können.

Das Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Adalbertstraße 95a, ist Dienstag bis Freitag 12 bis 18 Uhr, Sonnabend und Sonntag 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, www.fhxb-museum.de.

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