Kleiner, leiser, politischer
Anwohner wollen anderes MyFest

Überhaupt nicht mehr "easy" sehen viele Anwohner das MyFest-Treiben.
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Das MyFest in SO 36 hat sich zu einer Massenveranstaltung entwickelt. Sehr zum Leidwesen vieler Anwohner.

Dass es in der Nachbarschaft große Aversionen gegen die Fete am 1. Mai gibt, zeigte jetzt auch eine vom Bezirk beauftragten Umfrage. 5000 per Stichprobe ausgewählte Adressaten im Kiez zwischen Görlitzer Park und Oranienplatz sollten ihre Meinung äußeren. Rund ein Viertel davon hat sich beteiligt. Der mehrheitliche Tenor: Das MyFest soll nicht mehr wie bisher stattfinden.

Je näher die Anlieger an der unmittelbaren Festmeile leben, umso deutlicher die Ablehnung, fasste Bürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis90/Grüne) das Ergebnis zusammen.

Konkret richteten sich die Klagen gegen die Größenordnung von bis zu 40 000 Menschen, die teilweise das MyFest bevölkerten. Das Urteil der Anwohner: zu voll. Dementsprechend gebe es ebenfalls zu viel Müll und es wäre zu laut, was sich auch an der Musik festmachte. Es werden eher Klänge mit Kiezbezug gewünscht. Dazu mehr Angebote für Kinder. Insgesamt sollte aus dem Hotspot für Feierfreudige ein Fest für die Umgebung mit mehr politischen Inhalten werden.

Ähnliches gilt für den Görlitzer Park, der sich in den vergangenen Jahren ebenfalls zu einem Epizentrum am 1. Mai entwickelt hat. Um dessen Auswüchse einzudämmen, wurde der Görli 2018 eingezäunt. Das fand aber ebenso wenig Zustimmung wie auch dort die Musikdarbietungen. "Wir brauchen ein anderes Konzept mit anderen Zielsetzungen", wertete die Bürgermeisterin die Ergebnisse. Wie das aussehen könnte, muss aber erst besprochen werden.

Ganz ausfallen soll das Fest nicht. Das hängt schon mit seiner Geschichte zusammen. Es fand 2003 zum ersten Mal statt, als Reaktion auf die jährliche Randale am Maifeiertag in SO36. Nachbarn schützen auf diese Weise ihren Kiez vor Krawall. Was weitgehend aufgegangen ist. Nicht zuletzt wegen der vielen Besucher.

Vielleicht ist diese Vergangenheit aber etwas in Vergessenheit geraten. Auch viele Gewerbetreibende, vor allem Ladenbesitzer, wollten ein anderes MyFest, erklärte Monika Herrmann. Sie scheinen die heutigen Begleiterscheinungen mehr zu beschäftigen, als die Sorge vor kaputten Fensterscheiben.

Überhaupt nicht mehr "easy" sehen viele Anwohner das MyFest-Treiben.
Auf den MyFest-Ärger weist auch diese "Straßenumbenennung" hin. Entdeckt am 1. Mai 2018 am Oranienplatz.

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