Sonnenschein beim Umbau nicht eingeplant
Ein Spielplatz völlig ohne Schatten

Dieses Foto entstand am 29. August am frühen Nachmittag. Es scheint, wie auch ein Besuch einige Wochen zuvor, den Eindruck von Margit Boé zu bestätigen. Auf dem Spielplatz ist wenig los.
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Der Spielplatz im Besselpark wurde 2016 nach einem Umbau wieder eröffnet. Eine schöne Anlage, findet auch Margit Boé. Allerdings mit Einschränkungen, die gerade in den vergangenen Wochen erneut deutlich geworden seien.

Margit Boé ist Mitglied des Quartiersrats am Mehringplatz und im Vorstand des Vereins La Belle Alliance. In beiden Funktionen hat sie sich einen Ruf als Kritikerin mancher Aktivitäten in dieser Gegend erworben. Beim Spielplatz Besselpark sieht sie "die Schildbürger vom Bezirksamt" am Werk.

Denn der Spielplatz sei bei seiner Umgestaltung so konzipiert worden, dass alle Sitzbänke in Richtung Süden zeigen, also mit Blickrichtung zur Mittags- und Nachmittagssonne. Schattenspendende Bäume befänden sich nur dahinter und sorgten deshalb nicht für Schutz. Gleiches gelte für die Spielflächen der Kinder.

Gähnende Leere

Das Ergebnis: Die meisten Menschen würden den Ort meiden. Gerade auch zuletzt während der Hitzewelle. Auf der Anlage, die 563 000 Euro gekostet habe, herrsche gähnende Leere, so der Eindruck von Margit Boé.

Dabei hätte sie bereits vor zwei Jahren auf das Problem hingewiesen. Nach ihren Angaben habe die Gesellschaft BSM als verantwortliche Sanierungsbeauftragte geantwortet, dass von der Vernunft der Eltern ausgegangen werde, "ihre Kinder mit einer Sonnenschutzcreme zu schützen, wenn sie im Freien spielen." Damit wäre für das Bezirksamt, das Quartiersmanagement und den Sanierungsbeirat das Problem wohl erledigt gewesen, ärgert Boé sich.

Als Lösung für das Problem regte sie das Anbringen eines Sonnensegels oder temporär das Aufstellen mehrerer Sonnenschirme an. Die Schirm-Idee wäre aus mehreren Gründen nicht praktikabel, gab es als Antwort. Zum einen fehle Personal, das sich darum kümmere. Und auch wer verantwortlich ist, wenn ein Unfall passiert, sei schwer zu klären.

Ähnliches gelte, wenn ein Sonnensegel installiert werden würde. Dessen Gerüstkonstruktion müsse permanent kontrolliert werden, was nicht durch vorhandene Mitarbeiter zu leisten sei. Dazu wäre die Gestaltung unbefriedigend. Für das Vorhaben bräuchte esüberdies einen statischen Nachweis, der gegebenenfalls nicht geführt werden kann, außerdem eine Baugenehmigung, die voraussichtlich drei Monate dauere. Und selbst wenn der Bezirk diesen Weg beschreiten sollte, wäre es derzeit schwierig, eine Firma zu finden, die den Auftrag ausführt.

Keine gute Lösung

Immerhin, auch die Verantwortlichen scheinen sich Gedanken zu machen, wie der Spielplatz mehr Schatten bekommen könnte. "Hierfür wird zunächst eine Pergola präferiert, dies muss aber noch genauer geprüft werden", heißt es in einer Antwort der Gesellschaft Stadtkontor vom vergangenen Juni. Ebenfalls untersucht werde, ob vor den Bänken ein weiterer Obstbaum gepflanzt werden kann.

Wie ein effektiver Sonnenschutz aussehen könnte, darum soll sich jetzt das Büro plateau Landschaftsarchitekten kümmern, das bereits für die Gestaltung des Spielplatzes verantwortlich war. Favorisiert werde dabei eine "nachhaltige und dauerhafte Lösung". Nach den bisherigen Vorgaben sei geplant, sie ab Frühjahr 2019 umzusetzen.

Eine ebenfalls relativ schnell zu bewerkstelligende Verbesserung lehnt das Grünflächenamt wegen anderer Nebenwirkungen ab: zwei weitere Parkbänke unter den Linden parallel zur Besselstraße aufzustellen. Durch den Honigtau, der im Spätsommer und Herbst von den Bäumen tropfe, würden die Sitzgelegenheiten längere Zeit unbenutzbar. Der Aufwand, sie zu pflegen, wäre zu groß. und die Fundamente der Bänke würden die Wurzeln der Linden beeinträchtigen oder beschädigen.

An was alles gedacht werden muss, bevor es mehr Schatten geben kann.

Dieses Foto entstand am 29. August am frühen Nachmittag. Es scheint, wie auch ein Besuch einige Wochen zuvor, den Eindruck von Margit Boé zu bestätigen. Auf dem Spielplatz ist wenig los.
Die Bänke stehen vor der Hecke. Wer dort sitzt, blickt nach Süden und damit, wenn sie scheint, mehrere Stunden direkt in die Sonne.
Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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