Testphase soll im Juli auslaufen
Vorzeitiges Ende für Begegnungszone an der Bergmannstraße

Ein Testphasen-Modul in der Bergmannstraße, einschließlich Nutzer.
  • Ein Testphasen-Modul in der Bergmannstraße, einschließlich Nutzer.
  • Foto: Thomas Frey
  • hochgeladen von Thomas Frey

Die Testphase zur Begegnungszone in der Bergmannstraße ist Ende Juli zu beenden. Für diesen Antrag stimmten alle in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vertretenen Parteien mit Ausnahme der Grünen. Die hatten sich bis zuletzt vehement gegen das absehbare Votum gestellt.

Drei Monate früher als ursprünglich geplant endet damit die Testphase an der Bergmannstraße. Gefordert wurde das von der Linkspartei. Kurz vor der Abstimmung trat die SPD dem Antrag noch bei. So wie sie ursprünglich den Vorstoß der CDU unterstützt hatte, der ein unverzügliches Aus für die Testphase verlangte. Das war aber zuvor abgelehnt worden.

Warum die Linken das Projekt vorzeitig beenden wollen, machte ihr Redner Lothar Jösting-Schüßler noch einmal deutlich. Grundsätzlich hätten er und seine Fraktion nichts gegen eine Begegnungszone, aber nicht so, wie bisher in der Bergmannstraße. So sei zum Beispiel Kritik an dem Vorhaben unberücksichtigt geblieben. "Wir haben uns lächerlich gemacht".

Abgesehen davon bliebe ja bis Juli Zeit, um zu testen. Aber wie die Ergebnisse dann ausgewertet werden sollen, wäre ebenfalls schnellst möglichst darzustellen. Etwa welche Fragen sich dazu an Anwohner oder Gewerbetreibende richten.

Dass der geforderte Endtermin auch im Hinblick auf das Bergmannstraßenfest gesetzt worden sei, erwähnte Jösting-Schüßler ebenfalls. Dessen Organisatoren wären bereit, die Veranstaltung in diesem Jahr im September auszurichten. Damit hätten sie Zeit für eine entsprechende Vorbereitung. Und das Fest müsste nicht in die Kreuzbergstraße umziehen. Zumal weiter nicht endgültig geklärt ist, ob das überhaupt geht.

Äußeres Anzeichen der Testphase sind vor allem die mobilen Stadtmöbel, die entlang der Bergmannstraße aufgestellt wurden. Bereits ihr Design rührt bei manchen Bezirksverordneten am ästhetischen Empfinden. Noch schwerer wogen die unerwünschten Nebenwirkungen, die nicht nur Peggy Hochstätter (SPD) aufzählte. Die Module sorgten für weniger Sicherheit im Straßenraum, seien Hotspots für Lärm und Müll, reduzierten Parkflächen. Und die Auswirkungen auf die umliegenden Straßen wären noch überhaupt nicht in den Blick genommen worden.

Entscheidend sei sei aber vor allem, dass das Projekt von einer Mehrheit der Anwohner nicht gewünscht werde, war das Hauptargument von Timur Husein (CDU). Das hätten die bisherigen Onlinebefragungen gezeigt. Und das, obwohl nicht nur dort gar keine klare ablehnende Meinung geäußert werden konnte, kritisierte Oliver Nöll (Linke). "Ein Nein, ich will das nicht, kommt gar nicht vor. Dann ist es aber keine Bürgerbeteiligung."

Einzig die Grünen präsentierten sich als Fürsprecher. Ihr Fraktionsvorsitzender Julian Schwarze verwies auf die schon bisherige teils chaotische Situation in der Bergmannstraße. Die Testphase sei sicher nicht "der Weisheit letzter Schluss". Vielleicht müsse der Verkehr noch viel radikaler reguliert werden. Aber das alles solle bitte während der ursprünglich vorgesehenen Probezeit erörtert werden.

Dass manches bisher nicht optimal gelaufen sei, räumte auch Baustadtrat Florian Schmidt (Bündnis90/Grüne) ein. Gerade daran werde inzwischen gearbeitet. Um möglichem Lärm vor allem in der warmen Jahreszeit entgegen zu treten, gebe es beispielsweise die Idee, Überwachungspersonal, genannt Parkletsläufer, einzusetzen. Außerdem wolle er bereits bis zum Sommer einen "Diskurs" über die Bergmannstraße und die umliegenden Wohngebiete führen.

Solche und weitere Angaben wollte der Stadtrat als teilweise schon eingeleitete Begleitmaßnahmen und damit erhoffte Verbesserungen nach vorne stellen, um damit ein vorzeitiges Ende zu verhindern.

Nach der Abstimmung vermittelte er nicht unbedingt den Eindruck, als liege ihm besonders viel daran, das Votum wirklich umzusetzen. Ob die Testphase wirklich am 30. Juli beendet werde, könne man so noch nicht sagen. Schon allein deshalb, weil die Senatsverwaltung für Umwelt. Verkehr und Klimaschutz involviert sei. Mit der darüber zu reden, fordere ja auch der Antrag. Außerdem verwies Schmidt auf die Kosten für das Projekt, die dann in den Wind geschrieben wären.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

27 folgen diesem Profil

1 Kommentar

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

WirtschaftAnzeige
Wer sein Altmetall loswerden möchte, ist bei der Firma Peglow in der Soltauer Straße 27-29 genau an der richtigen Adresse.

Peglow Schrott und Metall
Bares für Schrott und Metall

Wer sein Altmetall loswerden möchte, ist bei der Firma Peglow in der Soltauer Straße 27-29 genau an der richtigen Adresse, denn hier gibt es Bargeld bei der Abgabe von Kupfer, Messing, Edelstahl, Aluminium, Zink, Blei oder Eisen sowie für Kabel. Die Mindestmenge, die abgegeben werden muss, beträgt dabei drei Kilogramm. "Für größere Mengen wird Ihnen von uns ein Container zum Sammeln zur Verfügung gestellt. Je nach Schrottmenge handelt es sich um Absetzcontainer (Mulden) oder Abrollcontainer,...

  • Bezirk Reinickendorf
  • 02.12.21
  • 60× gelesen
WirtschaftAnzeige
Das Team von Optik an der Zeile.

Optik an der Zeile
Besuchen Sie die 10. Brillenmesse vom 2. bis 4. Dezember 2021

Wir feiern unsere 10. Brillenmesse vom 2. bis 4. Dezember 2021 in den neuen Räumlichkeiten. Feiern Sie mit uns! Wir bieten Ihnen die gesamte Kollektion namhafter Designer. Baldessarini, Betty Barclay, Blackfin, Jaguar, Swarovski und Tom Tailor, alles nur bei uns! Eine riesige Auswahl und attraktive Angebote: Den gesamten Dezember bieten wir Ihnen einen Advents- und Weihnachtsrabatt von 15 %. Wer sich zur Messe entschließt eine neue Brille zu ordern, bekommt 20 % Nachlass auf die gesamte Brille....

  • Bezirk Pankow
  • 02.12.21
  • 64× gelesen
WirtschaftAnzeige
Stimmungsvoll und sicher: Der Spandauer Weihnachtsmarkt auf der Zitadelle hat bis 23. Dezember geöffnet.
10 Bilder

Lichterzauber Zitadelle
Spandauer Weihnachtsmarkt freut sich auf Besucher

Glück im Unglück: Nachdem aufgrund der Corona-Bestimmungen die Durchführung des traditionellen Spandauer Weihnachtsmarkts in der Spandauer Altstadt nicht möglich ist, fand sich eine wunderbare Alternative: Bis 23. Dezember 2021 dürfen Besucher auf der Zitadelle ein vorweihnachtliches Märchenland bestaunen. Romantisch in die schützenden Mauern der Festung eingebettet, verzaubert der Spandauer Weihnachtsmarkt in diesem Jahr mit stimmungsvollen Hütten, weihnachtlichem Naschwerk, traditionellem und...

  • Bezirk Spandau
  • 25.11.21
  • 546× gelesen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen