Blech blockiert öffentlichen Raum
Ab März ist das „Freiraumwunder“ in Lichtenberg unterwegs

Die Initiatoren des "Freiraumwunders" aus dem Kaskelkiez feierten Ende Januar ihr Projekt (von links nach rechts: Eckhard Gauterin, Jennifer Hansen, Klaas Kieneman und Kathrin Boerger).
  • Die Initiatoren des "Freiraumwunders" aus dem Kaskelkiez feierten Ende Januar ihr Projekt (von links nach rechts: Eckhard Gauterin, Jennifer Hansen, Klaas Kieneman und Kathrin Boerger).
  • Foto: Inge Lechner
  • hochgeladen von Luise Giggel
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Zu viele parkende Autos versperren Flächen im Stadtbild, die sinnvoller genutzt werden könnten. Das finden zumindest die Initiatoren des „Freiraumwunders“, das ab März durch Lichtenberg zieht und auf die Thematik aufmerksam machen soll.

Es sieht aus wie ein Auto aus Holz und ist auch ähnlich groß. Tatsächlich ist es aber eher eine „mobile Sitzbank“, die ab März in den Lichtenberger Parklücken zu sehen sein wird. Mitinitiator Eckhard Gauterin erklärt die Idee dahinter: Die meisten Autos in Berlin stehen etwa 23 Stunden täglich im öffentlichen Raum herum, der viel sinnvoller genutzt werden könnte, beispielsweise als Treffpunkt für die Nachbarschaft. Dazu soll das Freiraumwunder anregen. Der etwa 1,80 Meter breite Handkarren aus Holz enthält eine Sitzbank, die Platz zum Austausch bietet. Hier können Kinder spielen und Erwachsene Visionen über autofreie Kieze oder die Verkehrswende teilen.

Ganz neu ist die Idee der vier Projektinitiatoren aus dem Kaskelkiez allerdings nicht, als Vorbild diente das „Kleine Parkraumwunder“ aus Stuttgart. Dies habe man für Berlin auch ausprobieren wollen (ähnlich zu den Kreuzberger Parklets) und im November 2019 eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Dabei kamen genug Geld sowie viele freiwillige Helfer zusammen, die das Freiraumwunder möglich gemacht haben. Im Januar bekam die Gruppe die Möglichkeit, in einer Galerie am Nöldnerplatz vier Wochen lang am Holzauto zu werkeln, sodass mittlerweile nur noch die Räder fehlen, damit es losgehen kann. Alle Beteiligten arbeiten komplett ehrenamtlich für das Projekt; mit Handwerkern, Ingenieuren und Medienschaffenden – für den dazugehörigen Podcast) – seien aber auch richtige Profis am Werk gewesen, erzählt Eckhard Gauterin. Allen habe es eine Menge Spaß gemacht.

Lösungen für weniger Verkehr in den Kiezen entwickeln

Das Freiraumwunder soll auch genutzt werden, um eine Unterschriftenaktion voranzubringen, die das Thema Kiezblocks in die BVV einbringen will. Darunter sind nahezu autofreie Kieze zu verstehen, die in Lichtenberg nach Meinung der Freiraumwunder-Erfinder realisiert werden könnten. Solange die Diskussion darüber noch befeuert werden muss, soll auch das Freiraumwunder durch Berlin ziehen – bis zum Sommer aber erstmal hauptsächlich durch Lichtenberg.

Aufgestellt wird es vor Cafés, Schulen und Restaurants, die für die Aktion schon mit ins Boot geholt wurden. Entsprechend der StVO §25 ist das Freiraumwunder zu groß und zu sperrig für den Gehweg und muss daher auf der Straße bzw. in den Parklücken platziert werden, ähnlich wie Lastenräder.

Den Erfindern geht es langfristig um verkehrsberuhigtere Quartiere. Es sei auch kein Zufall, dass die Idee ausgerechnet in Lichtenberg entstanden sei, wo es einige schwierige Verkehrssituationen wie in der Siegfriedstraße und ein „Ping-Pong der Zuständigkeiten zwischen Senat und Bezirk“ gebe, wie Eckhard Gauterin erklärt. Daher sei neben allen anderen Lichtenbergern auch der Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) herzlich eingeladen, auf dem Freiraumwunder vorbei zu schauen.

Autor:

Luise Giggel aus Wedding

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