Schon auf Platz vier
Einbürgerungszahl der Briten steigt in Neukölln

Der Brexit wirft seine Schatten voraus, davon zeugt auch die Neuköllner Einbürgerungsstatistik. Seit 2017 ist die Zahl der Briten, die einen deutschen Pass haben wollen, sprunghaft gestiegen.

Das teilt das Büro von Bürgermeister Martin Hikel (SPD) mit. Insgesamt haben sich in der jüngeren Vergangenheit rund 900 Menschen pro Jahr in Neukölln einbürgern lassen. Ein Blick auf die Top-5-Nationalitäten seit 2009 zeigt: Spitzenreiter ist die Türkei, gefolgt von den Staatenlosen und – mit relativ großem Abstand – dem Libanon. Platz vier und fünf belegten im Wechsel Polen, Kosovo und Bosnien-Herzegowina.

Mehr seit 2017

Im vergangenen Jahr gab es eine Trendwende. „2017 wurden 53 Briten eingebürgert, während das zuvor meist nur zwei bis drei Fälle jährlich waren“, so Christian Berg, Pressesprecher des Bürgermeisters. Damit verdrängte Großbritannien Polen von Platz vier. Und die Tendenz setzt sich fort. Allein bis Ende Oktober haben 48 Neuköllnerinnen und Neuköllner, die von der Insel stammen, einen deutschen Pass bekommen. „Seit September ist nochmal ein Anstieg der Anträge spürbar“, so Berg. Die Bearbeitung dauere rund ein halbes Jahr.

Eine Bleibeperspektive schaffen

Wie andere EU-Bürger auch, dürfen die Briten ihren alten Pass behalten. Ob das so bleibt, wenn ihr Heimatland einen harten Bruch mit der Europäischen Union vollzieht, ist noch unklar. Die deutsche Staatsangehörigkeit garantiert den Eingebürgerten auf jeden Fall die Freizügigkeit innerhalb der EU. Das heißt, sie dürfen in jedem Mitgliedstaat arbeiten und leben – und sind damit auch in Neukölln auf der sicheren Seite.

Um eingebürgert zu werden, müssen die Antragsteller in aller Regel mindestens acht Jahre in Deutschland leben und selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen.

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