Unser Kiez soll grün bleiben
Bürgerinitiative fordert Neustart der Planungen für das Gesobau-Bauvorhaben im Pankower Zentrum

Mit Plakaten, T-Shirts und einem eigenen Antrag sorgten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Grüner Kiez Pankow“ für Aufmerksamkeit auf der jüngsten BVV-Sitzung.
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  • Mit Plakaten, T-Shirts und einem eigenen Antrag sorgten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Grüner Kiez Pankow“ für Aufmerksamkeit auf der jüngsten BVV-Sitzung.
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Der Planungsprozess für das Nachverdichtungsprojekt der Gesobau im Pankower Zentrum soll noch einmal neu gestartet werden. Anwohnern soll diesmal eine echte Mitwirkung an den Planungen für die Bebauung der beiden Wohnhöfe ermöglicht werden. Diesen Antrag stellten die Anwohner Julia Dimitroff, Ilse Feltz und Jörg Weber über den Verordneten Matthias Zarbock (Die Linke) auf der jüngsten Sitzung der BVV.

Hinter den drei Anwohnern steht die neu gegründete Bürgerinitiative „Grüner Kiez Pankow“. Die Mitstreiter wohnen im Quartier an der Kavalierstraße, Ossietzkystraße, Am Schlosspark und Wolfshagener Straße. Es ist ein sehr idyllisches Quartier. Zwischen den Mehrfamilienhäusern nahe dem Schlosspark Schönhausen gibt es viele Bäume und Grünflächen.

Doch seit einigen Monaten herrscht Unruhe im Quartier. Pläne der Wohnungsbaugesellschaft Gesobau, dort neue Häuser zu errichten, mobilisieren die Bewohner. Die Gesobau plant, auf zwei Innenhöfen 155 bis 175 Wohnungen zu bauen. Über das Wie wurde zwei Jahre lang mit dem Pankower Stadtplanungsamt gerungen. Von 50 Varianten blieben am Ende drei übrig.

Den Favoriten sollten die unmittelbaren Anwohner bei einer Partizipationsveranstaltung auswählen. Doch da machten die Anwohner nicht mit. Sie seien vorher nicht involviert gewesen, hätten sich in so kurzer Zeit nicht intensiv mit den Varianten auseinandersetzen können, lautete ihr Vorwurf in Richtung Gesobau und Bezirk. Die ganze Veranstaltung geriet zum Fiasko. Hinzu kommt, dass nur die unmittelbaren Nachbarn einbezogen werden sollten. Das Bauvorhaben hat jedoch Auswirkungen auf den gesamten Kiez. Und so gründete sich die Bürgerinitiative „Grüner Kiez Pankow“.

Diese formulierte in kurzer Zeit ihre Forderungen an die Gesobau und die Politik, druckte Faltblätter, ließ vom Pankower Graphiker Christian Badel ihr Maskottchen „Flitzi“ gestalten und richtete die Internetseite grüner-kiez-pankow.de/ ein. Schließlich formulierten die Mitstreiter der Initiative einen gut durchdachten Antrag für die BVV. Bevor dieser jedoch zur Sprache kam, stellten Anwohner des Quartiers in der BVV-Einwohnerfragestunde dem Bezirksamt etliche Fragen zum Bauvorhaben.

Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen) musste ihnen allerdings klar und deutlich erklären, dass die betreffenden Grundstücke der Gesobau gehören. Laut den Paragraphen des Baugesetzbuches darf sie dort bauen. Entsprechende Bauanträge habe das Bezirksamt zu genehmigen. Da gebe es gesetzliche Vorschriften und keinerlei Ermessensspielraum. So gesehen hätte ein privater Investor sein Bauvorhaben einfach durchziehen können. Die Gesobau als städtisches Unternehmen habe sich aber auch an Partizipationsempfehlungen des Senats im Umgang mit Bürgern zu halten.

Warum die Anwohner das Vorhaben so vehement ablehnen, wird in der Begründung ihres BVV-Antrags deutlich. Keine der bisher vorgestellten Varianten füge sich in die historische Bauweise ein, so Julia Dimitroff. Hinzu kommt, dass für die circa 400 neuen Mieter bisher keine neuen Kita- oder Schulplätze geplant sind. Ilse Feltz weist darauf hin, dass bis zu 80 Bäume für die Neubauten gefällt werden müssten. Für etliche Tiere ginge der Lebensraum verloren. Das sind nur einige der von den Anwohnern aufgelisteten Argumente, die gegen die Bebauung sprechen.

Um zu einem besseren Planungsergebnis zu kommen, schlagen die Anwohner vor, den Beteiligungsprozess „transparent, öffentlich und ergebnisoffen“ erneut zu starten. Auch über die Durchführung eines Bebauungsplanverfahrens sollte nachgedacht werden. Die Verordneten entschieden nun, sich im Ausschuss für Stadtentwicklung mit diesem Antrag der Bürger zu befassen.

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