Wohnen überm Supermarkt
Das Immobilienunternehmen Trei setzt Vorhaben an der Pappelallee und Winsstraße um

Pepijn Morshuis auf dem Hof an der Pappelallee: Ende 2020 werden die Wohnungen fertig sein.
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  • Pepijn Morshuis auf dem Hof an der Pappelallee: Ende 2020 werden die Wohnungen fertig sein.
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In der Pappelallee 45-53 entsteht ein neues Wohnquartier mit 240 Mietwohnungen. Und im Erdgeschoss gibt es Platz für einen Supermarkt.

Wer diese Baustelle passiert, kann sich kaum noch vorstellen, dass auf einem Teil der Fläche bis vor anderthalb Jahren noch ein Supermarkt stand. Dieser war in den 70er-Jahren als flacher Plattenbau errichtet worden. Später wurde die Immobilie von Kaiser’s übernommen und von Rewe weitergeführt. Seit einigen Jahren wird in der Stadt darüber diskutiert, ob man solche Flachbauten überbauen könnte. Denn Bauflächen werden immer knapper. Das Unternehmen Trei Real Estate nahm sich dieses Themas an. Und Trei, die Immobiliengesellschaft der Unternehmensgruppe Tengelmann, baut nicht nur. Die errichteten Gebäude bleiben auch im Bestand und werden selbst verwaltet und vermietet.

In Prenzlauer Berg nahm sich das Unternehmen gleich zwei renommierte „Flachmänner“, wie die Bauleute die flachen Supermärkte nennen, vor: an der Pappelallee und in der Winsstraße 18. Für die Überbauung an der Pappelallee sind die Arbeiten am Rohbau inzwischen abgeschlossen. So können die Wintermonate nun zum Innenausbau genutzt werden.

Dass es gar nicht so einfach ist, solch ein Bauvorhaben mitten in einem Wohngebiet von Prenzlauer Berg umzusetzen, erläuterten Trei-CEO Pepijn Morshuis und Projektentwicklerin Ruth Meister dem Reporter der Berliner Woche bei einem Baustellenbesuch.

Eigentlich handele es sich bei diesem Projekt um gar keine echte Aufstockung eines bestehenden Supermarktes, gesteht Projektentwicklerin Ruth Meister. „Das wäre schon allein aus statischen Gründen gar nicht möglich.“ Die einstigen Kaufhallen waren nicht für eine Überbauung konzipiert worden. Deshalb wurde der Supermarkt an der Pappelallee zunächst abgerissen und wird mit entsprechender Statik wieder aufgebaut. Das Schwierige bei der Integration eines solchen Supermarktes in das Erdgeschoss eines Wohnhauses sei, dass die Lasten der Obergeschosse abgefangen werden müssen, erklärt die Projektentwicklerin. Deshalb sind im Supermarkt, der mit 2600 Quadratmetern sogar größer als der frühere wird, sehr dicke Stützen und Deckenträger mit einer Stärke von bis zu 2,80 Meter zu sehen. Im Zuge des Innenausbaus werden die Träger aber so verkleidet, dass die Kunden davon kaum etwas mitbekommen werden. „Ein weiteres Thema ist der Lärmschutz“, so Ruth Meister. „Wir mussten hier den Lieferverkehr beachten. Durch die Einhausung der Anlieferungsstelle haben wir dafür eine geräuscharme Lösung gefunden.“

Über dem Supermarkt entstehen in einem Vorderhaus zur Pappelallee hin Wohnungen. Um das Grundstück besser auszunutzen, wird hier aber nicht nur sechs Geschosse in die Höhe gebaut. „Auf der Rückseite des Marktes bauen wir zudem Town-Häuser“, sagt Pepijn Morshuis. „Sie entstehen in einer aufgelockerten Bebauung um einen kleinen Hof.“ Sowohl dieser Hof als auch das Dach des Supermarktes werden begrünt. Insgesamt sind es 240 Wohnungen, die das Unternehmen Trei baut und vermietet. Es entstehen vor allem kleinere Wohnungen mit ein bis zwei Zimmern, weil diese im Moment sehr nachgefragt sind, aber auch größere Wohnungen mit bis zu fünf Zimmern für Familien. Damit der Innenhof autofrei bleibt, werden in einer Tiefgarage 30 Kunden- und 40 Mieterparkplätze geschaffen. Insgesamt 88 Millionen Euro investiert das Unternehmen in dieses Vorhaben. Geplant ist, dass Supermarkt und Wohnungen Ende 2020 bezugsfertig sind. Den Supermarkt übernimmt wieder Rewe.

Voll im Gange sind inzwischen auch die Bauarbeiten auf dem Grundstück des früheren Edeka-Marktes in der Winsstraße 18, Ecke Marienburger Straße. Auf sechs Stockwerken lässt Trei 187 Mietwohnungen bauen. Und im Erdgeschoss werden 2700 Quadratmeter Gewerbefläche entstehen – unter anderem für einen Edeka-Markt. Hier investiert das Unternehmen weitere knapp 70 Millionen Euro.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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