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Die Hallen sind eingerüstet: Weitere Entscheidungen zum Alten Schlachthof erst nach Bauantrag

Unter Gerüsten kaum zu erkennen: der Alte Schlachthof.
Unter Gerüsten kaum zu erkennen: der Alte Schlachthof. (Foto: Bernd Wähner)

Mit Argwohn schauen sich Anwohner seit einigen Monaten an, was sich an den alten Hallen und auf der Fläche an der Landsberger Allee 104 tut. Diese gehören zum früheren Entwicklungsgebiet Alter Schlachthof.

Als vor mehr als zwei Jahren bekannt wurde, dass hier ein neuer Eigentümer ein großes Einkaufs- und Kongresszentrum errichten will, gründete sich eine Bürgerinitiative. Diese wies inzwischen nach, dass ein neues Shopping-Center an dieser Stelle alles andere als nötig ist.

Zu dieser Einsicht kam der Investor offenbar inzwischen selbst. Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/ Die Grünen) teilte im vergangenen Herbst mit, dass der Investor kein Einkaufs- und Kongresszentrum mehr bauen wird. Er plane jetzt nur noch im Erdgeschoss-Bereich Einkaufsflächen, aber in den Obergeschossen eine Büronutzung. Beides entspreche den Festsetzungen im Bebauungsplan für diesen Bereich. Ein neuer Bauantrag zum veränderten Bauvorhaben lag bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe allerdings noch nicht vor. Kuhn teilte aber mit, dass man den Investor kontaktieren wolle, sobald der Bauantrag vorliege. Denn man habe den Anwohnern eine Einwohnerversammlung zugesagt, sobald die neuen Planungen vorliegen.

Vorbereitungen im Gange

Derzeit wird aber bereits an den vier alten Hallen entlang der Landberger Allee gebaut, die noch vom Alten Schlachthof stehen geblieben sind. Die Untere Denkmalschutzbehörde des Bezirks schätzt ein, dass deren Zustand vergleichsweise gut ist, erklärt Stadtentwicklungs-Staatssekretär Sebastian Scheel (Die Linke) auf Anfrage des Abgeordneten Tino Schopf (SPD).

Begonnen wurde nach der Gerüstaufstellung zunächst mit Sicherungsarbeiten an den Dächern, berichtet Stadtrat Kuhn. Außerdem wurden im Innern Wände abgerissen, die nicht mehr benötigt werden. Sobald die Witterung mitspielt, werden die Mauern instand gesetzt.

Im von der Landsberger Allee aus gesehen hinteren Teil des Grundstücks, dort wo der Investor einen Neubau plant, fanden indes bereits Erdarbeiten statt. Diese dienten einerseits dazu, eine flächendeckende Altlastenuntersuchung vorzunehmen. Dabei prüfen Experten den Boden etwa auf Schadstoffe. Andererseits wurden Teile der Baugrube bereits ausgehoben, berichtet Sebastian Scheel.

Stadtrat Kuhn erklärt indes zum weiteren Verfahren: „Wenn der Bauantrag vorliegt, wird er in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde geprüft.“ Es werde allerdings keine Baugenehmigung geben, wenn abzusehen ist, dass historische Bausubstanz beschädigt werden könnte. Wann die Einwohnerversammlung stattfinden kann und wann mit dem eigentlichen Baugeschehen begonnen wird, ist somit noch nicht vorherzusagen.

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