Lernen ohne Fachräume?
Schüler und Eltern der Ostrom-Humboldt-Oberstufe fordern zügiges Handeln der Verwaltung

Während ihrer Demonstration ließen Schüler und Eltern mal richtig Dampf ab.
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Unter dem Motto „Dumm, aber sexy? Abi ohne Fachräume?“ demonstrierten kurz vor den Sommerferien Schüler, Eltern und Lehrer der Ostrom-Humboldt-Oberstufe vor der Senatsschulverwaltung.

Sie fordern, dass ihrer Oberstufe rasch die seit Langem zugesagten Fachräume für Chemie, Physik, Biologie und Kunst zur Verfügung gestellt werden. Die Ostrom-Humboldt-Oberstufe (OHO) ist ein Kooperationsprojekt der Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule (WvH) und der Elinor-Ostrom-Schule (EOS), das vor drei Jahren startete. Mittlerweile macht die erste Schülergeneration in diesem für Berlin einzigartigen Schulversuch ihr Abitur.

Allerdings hat die OHO bis heute keine eigenen Räume. Sie sei derzeit provisorisch in der Elinor-Ostrom-Schule an der Mandelstraße untergebracht, berichtet Soeren Rutz, Vorstand der Gesamtelternvertretung der WvH. „Als endgültiger Standort ist bereits seit dem Schuljahr 2016/2017 ein Schulgebäude in der Driesener Straße 22 vorgesehen.“ Den Leitungen beider Schulen, den Eltern und den Schülern wurde versprochen, dass das Gebäude spätestens ab dem Schuljahr 2017/2018 vollständig zur Verfügung stehen würde. Doch das ist bis heute nicht der Fall. Das Provisorium bringe indes, auch wegen der wachsenden Schülerzahlen, Engpässe im Schulalltag mit sich, so Soeren Rutz.

Mittlerweile teilte die Schulleitung den Eltern mit, dass zwar ein Umzug in die Driesener Straße zum Beginn des kommenden Schuljahres erfolgen kann. Allerdings ist ausgerechnet der mittlere Gebäudeteil mit den für die Oberstufe so wichtigen Fachräumen vorerst nicht nutzbar. Die Bauabnahme dafür soll voraussichtlich Ende September erfolgen. Und erst nach Beseitigung dabei festgestellter Mängel erfolgt die Freigabe. „Womöglich wird sich das jedoch noch mindestens ein halbes Schuljahr hinauszögern“, schätzen Soeren Rutz und die anderen Eltern ein. „Bei den bestehenden knappen Kapazitäten an Schulräumen im Bezirk Pankow ist dies eine nicht nachvollziehbare Verschwendung von eigentlich bereits fertiggestellten Ressourcen.“

Letztendlich heißt das für die Schüler der künftigen Jahrgänge elf bis 13 der OHO, dass sie entweder ein halbes Schuljahr auf Fachräume für Naturwissenschaften und Kunst verzichten oder Fachräume am Standort der WvH an der Erich-Weinert-Straße nutzen müssen. Der Schulweg zum Fachunterricht würde dann jeweils zu Fuß oder mit der Straßenbahn 22 Minuten betragen. Das macht hin und zurück knapp eine Unterrichtsstunde.

„Das ist für uns nicht akzeptabel. Und damit werden wir uns nach den langen Jahren des Vertröstens nicht zufriedengeben“, sagt Soeren Rutz. „Wir fordern daher von den zuständigen Stellen eine erhebliche Beschleunigung der Maßnahmen, um für unsere Schüler die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulabschluss zu schaffen.“

Die Eltern wandten sich bereits an die Senatsschulverwaltung. Die verwies sie an die Stadtentwicklungsverwaltung, die für Bauen zuständig sei. Und die wiederum machte die Baufirmen verantwortlich, die nicht zügig und in geforderter Qualität arbeiteten.

„An wen sollen wir uns denn noch wenden?“, fragen sich deshalb Eltern und Schüler. Weil sie der Auffassung sind, dass die Senatsschulverwaltung die Voraussetzungen für vernünftige Unterrichtsbedingungen schaffen muss, schrieben sie einen offenen Brief an Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) – und ließen mit ihrer Demonstration vor der Bildungsverwaltung ordentlich „Dampf“ ab. Die Hoffnung der Eltern ist, dass rasch Bewegung in die Sache kommt und mit Beginn des kommenden Schuljahres in den Fachräumen gelernt werden kann.

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