Der Unterstützerkreis für das Flüchtlingsheim Straßburger Straße wächst

Ines Stürmer hatte gemeinsam mit Henry Koch die Idee für den Unterstützerkreis.
  • Ines Stürmer hatte gemeinsam mit Henry Koch die Idee für den Unterstützerkreis.
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  • hochgeladen von Bernd Wähner

Prenzlauer Berg. Der Unterstützerkreis Erstaufnahme Straßburger Straße ist inzwischen ein großes Netzwerk engagierter Nachbarn. Seit drei Jahren sind in einem früheren Schulgebäude im südlichen Prenzlauer Berg Flüchtlinge untergebracht.

Betrieben wird das Heim von der Prisod Wohnheimbetriebs GmbH. Derzeit leben dort etwa 200 Menschen aus 16 Nationen, darunter 77 Kinder. In der Regel kommen Flüchtlinge in Berlin mit nichts weiter an, als dem, was sie auf dem Leib tragen. Deshalb sind viele froh, dass sie sich in den Kleiderkammern der Flüchtlingsheime mit Bekleidung eindecken können. Was sie dort finden, wurde von Berlinern gespendet. Auch Ines Stürmer und ihr Mann Henry Koch wollten "nur Klamotten im Heim vorbeibringen".

"Das war im Frühjahr vergangenen Jahres", erinnert sich Ines Stürmer. "Aber dann sah ich, dass die Flüchtlinge weit mehr als nur Bekleidung brauchen. Denen hilft auch nicht, wenn man auf Demos geht und sich damit für eine andere Flüchtlingspolitik einsetzt. Sie brauchen ganz konkrete Hilfe." Deshalb entschieden sich die studierte Bauinformatikerin und ihr Mann, der als Musiker arbeitet, einen Unterstützerkreis für das Flüchtlingsheim an der Straßburger Straße zu gründen. Die Entscheidung fiel am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag. Am ersten Treffen nahmen sechs Leute teil. Seitdem trifft sich der Unterstützerkreis alle vier Wochen. Heute sitzen rund 30 Leute zusammen.

Zum Netzwerk gehören aber 140 Aktive - Vertreter von Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, aus dem Nachbarschaftshaus sowie Kiezbewohner. "Wir haben in den vergangenen Monaten festgestellt, dass die Hilfsbereitschaft im Kiez sehr groß ist", so Stürmer. Damit den Flüchtlingen aber bedarfsgerecht geholfen wird, hat sich inzwischen ein Koordinatorenteam im Unterstützerkreis gebildet. Dieses hat einen engen Kontakt zur Heimleitung. So weiß man inzwischen genau, was gebraucht wird - und wo es bereits ausreichend Unterstützung gibt. Denn ein Zuviel bringt auch nichts. Schließlich haben die Heimbewohner den Tag über viel zu tun. Die Erwachsenen sind mit unzähligen Behördengängen beschäftigt, und die Kinder werden an Schulen in Willkommensklassen unterrichtet. In diesen Klassen engagieren sich auch einige Ehrenamtliche aus dem Unterstützerkreis. Weitere bieten nachmittags Hausaufgabenhilfen an.

Andere Ehrenamtliche begleiten Flüchtlinge zu Ärzten, Ämtern, Anwälten oder bei der Wohnungssuche. Der Vorteil am multikulturellen Prenzlauer Berg ist, dass es unter den Helfern viele gibt, die auch die Muttersprache der Flüchtlinge sprechen. Weiterhin erstellte der Unterstützerkreis einen Kiezatlas in mehreren Sprachen. Den erhalten die Flüchtlinge, damit sie sich in der näheren Umgebung schnell zurechtfinden. Ganz neu lädt der Kreis zu einem "Allerweltscafé" auf dem Gewerbehof Königstadt ein. Das soll das Miteinander im Kiez fördern.

Mehr zum Unterstützerkreis ist über den E-Mail-Kontakt u_strassburger@posteo.de und unter 614 77 77 zu erfahren. Mit www.strassburger.berlin ist auch bereits eine Internetadresse reserviert, auf der sich der Unterstützerkreis präsentieren möchte. Willkommen sind Fachleute, die diesen Internetauftritt ehrenamtlich gestalten können. Weitere Informationen zu allen Pankower Unterstützerkreisen gibt es auch im Internet auf http://pankowhilft.blogsport.de.

Bernd Wähner / BW
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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