Vergessener Ort der Erinnerung
Lenné-Meyer-Denkmal auf der Werneuchener Wiese beschäftigt Bezirks- und Landespolitiker

Das Lenné-Meyer-Denkmal auf der Werneuchener Wiese soll restauriert und umgestaltet werden. Diesen Beschluss fassten die Verordneten auf ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause.

Sie beauftragten das Bezirksamt, mit Initiativen und Anwohnern Möglichkeiten der Aufwertung sowie Pflege des Denkmals zu erörtern. Unter anderem soll die halbrunde Hecke, die den Ehrenhain umgibt, ergänzt werden. Es seien Bänke, die den Heckenrundungen folgen, aufzustellen und ein Beet als Mittelpunkt der Anlage anzulegen. Dem Bezirksamt wird empfohlen, auch Informationstafeln zum Wirken von Lenné und Meyer und gegebenenfalls zur Geschichte der Werneuchener Wiese aufzustellen.

Das Denkmal befindet sich auf einer 2500 Quadratmeter großen Fläche der Werneuchener Wiese. Es ist in einem ungepflegten Zustand. Dabei soll mit ihm die beiden bedeutendsten Berliner Gartengestalter erinnert werden: Peter Joseph Lenné (1789-1866) und Gustav Meyer (1816-1877). 1995 ist dort zunächst eine Eiche für Meyer gepflanzt worden. Anlass war das 125. Jubiläum des Berliner Gartenamtes, dessen Leitung Gustav Meyer als Städtischer Gartendirektor innehatte. Zwei Jahre später wurde dann eine Eiche für Lenné gepflanzt aus Anlass des 175. Gründungsjubiläums der Deutschen Gartenbaugesellschaft, deren Mitgründer Lenné war. Als Denkmale sind außerdem zwei Granitsteine mit Gedenktafeln aufgestellt worden.

Doch von Denkmal kann an diesem Ort kaum noch die Rede sein. Deshalb stellte die SPD-Fraktion im Namen von Anwohnern des Bötzowviertels den Antrag, dieses Denkmal endlich wieder würdig zu gestalten. Das Bezirksamt äußerte allerdings Vorbehalte. Es stünden kein Personal und keine finanziellen Mittel dafür zur Verfügung. Die Verordneten sehen das aber anders. Wenn es politisch gewollt ist, finden sich Mittel und Möglichkeiten. Unter anderem signalisierte bereits das Landesdenkmalamt, das Vorhaben zu unterstützen. Auch könnten Mittel aus dem Fonds „Kunst am Bau“ bereitgestellt werden, die für den geplanten temporären Schulbau auf der Werneuchener Wiese zur Verfügung stehen. Die SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus bereitet inzwischen einen Antrag vor, mit dem der Senat gebeten wird, die „gartengestalterische Überarbeitung der Grünanlage“ zu unterstützen. Wird dieser Antrag beschlossen, gibt es für das Vorhaben gleich zweifach politische Unterstützung.

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