Eine Etappe der Altstadtsanierung beendet
"Wenn ein Platz schon Reformationsplatz heißt...":

Björn Borrmann, Christian Gaebler, Thorsten Schatz und der Spandauer Superintendent Florian Kunz (von links) bei der Eröffnung des neuen Reformationsplatzes. Der Stadtrat bekam vom Staatssekretär  auch die Plakette zum Tag der Städtebauförderung überreicht.
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  • Björn Borrmann, Christian Gaebler, Thorsten Schatz und der Spandauer Superintendent Florian Kunz (von links) bei der Eröffnung des neuen Reformationsplatzes. Der Stadtrat bekam vom Staatssekretär auch die Plakette zum Tag der Städtebauförderung überreicht.
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Viele Theologen sind wortmächtig. Dies trifft auch auf Björn Borrmann zu. "Wenn ein Platz schon Reformationsplatz heißt", lautete ein mehrfach wiederkehrender Satz in der Rede des Pfarrers der St. Nikolai-Kirche am 14. Mai anlässlich der Einweihung des umgestalteten Reformationsplatzes.

Im Namen des Platzes stecke das Wort Reform, betonte Borrmann. Also Veränderungen, mit dem Ziel, das sich etwas verbessert. Dies, so fand nicht nur der Pfarrer, sei hier geschehen.

Seit Sommer 2020 wurde der Reformationsplatz umgestaltet. Er bekam unter anderem neue Grünbereiche, Sitzmöbel und barrierefreie Wegeverbindungen. Das Vorhaben hat 1,9 Milionen Euro gekostet und ist eine Etappe der umfassenden Altstadtsanierung.

An der Südseite des Reformationsplatzes gibt es jetzt auch einen barrierefreien Zugang von der Mönchstraße.
  • An der Südseite des Reformationsplatzes gibt es jetzt auch einen barrierefreien Zugang von der Mönchstraße.
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Ganz fertig ist der Reformationsplatz noch nicht. Vor allem fehlen noch die Informationstafeln, auf denen mehr zur Geschichte der Anlage rund um die Nikolai-Kirche und speziell zum Friedhof zu erfahren ist, der sich dort bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts befunden hat. Spuren davon, etwa in Form von Gruftanlagen, sind während der Bauarbeiten gefunden worden. Am Totensonntag im vergangenen November hat es einen Gedenkgottesdienst für die einst hier Bestatteten gegeben.

Und dass die Erinnerung an den Friedhof jetzt aus dem Programm "Lebendige Zentren und Quartiere" finanziert wird, hielt Björn Borrmann für nicht frei von Ironie. Auch wenn das nach christlicher Auffassung gar nicht so abseitig ist. Denn dort markiert der Tod ja kein Ende, sondern den Beginn der Ewigkeit.

Bei dem Bund-Länder-Programm "Lebendige Zentren und Quartiere" geht es um die Aufwertung von Stadtvierteln. Das Geld sei hier sehr gut angelegt, unterstrich Baustaatssekretär Christian Gaebler (SPD). Die Sanierung trage zur künftigen Attraktivität der Altstadt als Spandauer Zentrum bei. Gaebler und Spandaus Baustadtrat Thorsten Schatz (CDU) skizzierten zudem, welche weiteren Projekte noch vorgesehenen sind.

Als nächstes folgt die Sanierung des Marktplatzes und des Rathausvorplatzes. Auch der Umbau des Standortes der Musikschule an der Moritzstraße gehört zum Programm "Lebendige Zentren und Quartiere". Das Vorhaben soll Ende dieses Jahres endlich abgeschlossen sein.

Die Altstadtsanierung wird noch über Jahre dauern und vom Spandauer Altstadtmanagement koordiniert. Am Reformationsplatz können Altstadtbesucher die Veränderungen aber bereits spüren. Vielleicht rücke die Anlage für manche Menschen erst jetzt richtig ins Bewusstsein, selbst wenn sie den Platz schon häufig passiert hätten, sagte Thorsten Schatz. Eine gute Gelegenheit, dies zu überprüfen, gibt es unter anderem beim Open Air-Gottesdienst zum Himmelfahrtstag am 26. Mai um 11 Uhr.

An der Nordseite der Nikolaikirche wurde die Grünfläche neu gestaltet.
  • An der Nordseite der Nikolaikirche wurde die Grünfläche neu gestaltet.
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Der Name Reformationsplatz erinnert daran, dass die Nikolai-Kirche der Ausgangspunkt für die Reformation in der Mark Brandenburg war. Die Lehren von Martin Luther, aus denen die evangelische Kirche hervorging, wurden hier 1539 im Beisein des Kurfürsten Joachim II. als Religion sozusagen staatlicherseits akzeptiert. Auch daran erinnerte nicht nur Pfarrer Borrmann.

Ihm war auch noch etwas anderes, sozusagen profanes, wichtig. Jeder solle seinen Beitrag leisten, damit das neugestaltete Ensemble nicht verunstaltet werde. Abfall gehöre in die Mülltonne und er selbst habe vor Kurzem das erste Graffiti eigenhändig entfernt.

"Entscheidend ist auf dem Platz", war ebenfalls eine Aussage in seiner Rede. Die stammt, worauf er selbst hinwies, nicht aus der Bibel, sondern aus der Fußballsprache.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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