Die Havelstadt nicht abhängen
CDU legt eigenes Verkehrskonzept vor

Schnellbusse in Kladow? Bitter nötig, sagt die CDU. Für Berlin wäre das ein Novum.
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  • Schnellbusse in Kladow? Bitter nötig, sagt die CDU. Für Berlin wäre das ein Novum.
  • Foto: Bildmaterial: CDU Spandau
  • hochgeladen von Ulrike Kiefert

Mit Schnellbussen, mehr U-Bahn und einer neuen Brücke will die CDU Spandau vor dem Verkehrsinfarkt bewahren und abgehängte Ortsteile besser anbinden. Dazu hat die Union jetzt ein Verkehrskonzept vorgelegt.

Auf Spandaus Straßen staut sich täglich der Verkehr. Die Busse sind überfüllt, Hauptverkehrsadern verstopft, und wer von Kladow, Staaken oder Hakenfelde in die City will, muss am Rathaus umsteigen. „Wir stehen kurz vor dem Verkehrskollaps“, sagte Heiko Melzer, Vizevorsitzender der CDU Spandau. „Spandau wächst und wächst. Doch Senat verschläft die Chance, die vielen Neubaugebiete im Bezirk zügig anzubinden.“

Damit Spandau als Randbezirk nicht vom Rest der Stadt abgehängt bleibt, haben die Christdemokraten jetzt ein eigenes Verkehrskonzept vorgelegt. Unter dem Titel „Schnell und sicher durch Spandau“ schlägt es auf zwölf Seiten vor, wie sich die Verkehrsprobleme lösen lassen. Denn bis 2025 wird Spandau rund 43 000 neue Einwohner haben. Etwa 5000 neue Wohnungen entstehen in der Wasserstadt, bis zu 4000 auf der Insel Gartenfeld. 700 Wohnungen werden in Haselhorst und Siemensstadt gebaut. „Dort nur den normalen Busverkehr zu verstärken, wird nicht reichen“, warnte Baustadtrat Frank Bewig (CDU). Hier müssten pragmatische Lösungen her. „Sonst gewöhnen wir die Menschen an das falsche Verkehrsmittel – das Auto, und verstopfen die Straßen noch mehr“, so der Stadtrat.

Zwei Schnellbuslinien als Lösung?

Die CDU schlägt darum alternativ zum herkömmlichen Busverkehr zwei Schnellbuslinien vor. Schnellbusse gibt es in Berlin bisher nicht, Spandau könnte hier also Vorreiter sein. Elektrisch betrieben sollen sie auf eigenen Fahrbahnen fahren und nur an wenigen, ausgewählten Standorten halten. Die eine Strecke soll als Insellösung an der Rauchstraße beginnen, über die nördliche Wasserstadtbrücke zur Rhenaniastraße führen, über eine Brücke die Insel Gartenfeld anschließen und am Bahnhof Jungfernheide enden. Dafür könnte die stillgelegte Siemensbahn zur Bustrasse umgebaut werden.

Ein weiterer Schnellbus soll den Süden Spandaus entlasten, durch den täglich Tausende Pendler aus Potsdam in Richtung Heerstraße rollen. Die zweite Linie könnte vom Ritterfelddamm in Kladow bis zur Heerstraße verlaufen und zwar parallel zur Potsdamer Chaussee. Dafür müsste der Grünstreifen ertüchtigt werden, der allerdings zu Brandenburg gehört.

Die CDU will auch den Kladower Damm entlasten und schlägt darum den Bau einer Brücke vom Breitehornweg über die Havel bis zur Havelchaussee vor. Von dort könnte es eine Anbindung an die A 115 geben. „Wir wollen außerdem prüfen, ob man in Kladow eine Autofähre rüber nach Steglitz einrichten kann.“

U2 bis ins Falkenhagener Feld verlängern

Druck machen will die CDU beim Ausbau der U-Bahn. Denn die Planungen dazu gibt es schon seit den 1990er Jahren. So sollte die U7 nicht am Rathaus enden, sondern über vorhandene Tunnel bis zur Heerstraße verlängert werden. Die U2 wiederum sollte perspektivisch bis ins Falkenhagener Feld fahren. Etwa zehn bis 15 Jahre könnte der Ausbau der U-Bahn dauern, schätzte Stadtrat Bewig. Die Gesamtkosten würden zwischen 900 Millionen und einer Milliarde Euro liegen. Das Geld wäre auch da, sagte Matthias Brauner, Vorsitzender des Landesfachforums für Stadtentwicklung und Wohnen der Berliner CDU. „Der Senat muss nur Prioritäten setzen.“

Die Straßenbahn favorisiert die Union anders als die Grünen für Spandau nicht. Denn für einen Betriebshof, der etwa 80 Hektar umfasse, fehle schlichtweg der Platz, sagte Brauner. Außerdem habe der Senat den Anschluss Spandaus an die Tram frühestens für 2035 in Aussicht gestellt.

Ein weitere Vorschlag der CDU sind Mobi-Hubs, also Umsteigestationen von Bus oder Bahn auf Carsharing oder Bikesharing, ergänzt um Park & Ride-Parkplätze und Packstationen der Post. Geeignet wären für die CDU die Bahnhöfe Spandau und Albrechtshof und die Endhaltestellen der Schnellbusse.

Über ihr Verkehrskonzept will die CDU jetzt mit den Spandauern ins Gespräch kommen. Weshalb Inforunden in den Ortsteilen geplant sind. Nachlesbar ist das Konzept unter www.cduspandau.de/verkehrskonzept. Rückmeldungen: mitreden@cdu-spandau.de. Die Geschäftsstelle der CDU Spandau ist unter 333 11 33 erreichbar.

Schnellbusse in Kladow? Bitter nötig, sagt die CDU. Für Berlin wäre das ein Novum.
Schnellbusse in Kladow? Bitter nötig, sagt die CDU. Für Berlin wäre das ein Novum.
Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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