Passt nicht ins Nutzungskonzept
Deutsch-Amerikanisches Volksfest auf dem Tempelhofer Feld endgültig abgewiesen

2017 und 2018 gastierte das Deutsch-Amerikanische Volksfest im Marienpark. Zu einem weiteren Mal wird es nicht mehr kommen.
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  • Foto: MedienDienst Schwintowski
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Was sich bereits angedeutet hatte, ist nun endgültig. Das Deutsch-Amerikanische Volksfest (DAV) wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Als möglicher Austragungsort war bis zuletzt das Tempelhofer Feld in der Diskussion. Die Tempelhof Projekt GmbH hat dies jedoch abgeschmettert. Schausteller und Organisator Thilo-Harry Wollenschlaeger ist sauer.

„Wir Schausteller werden regelrecht ausgegrenzt, fühlen uns wie Menschen zweiter Klasse“, sagt er im Gespräch mit der Berliner Woche. Zuvor hatte die Tempelhof Projekt GmbH in einer Stellungnahme gegenüber dem Bezirksamt argumentiert, warum das beliebte Volksfest nicht auf dem Tempelhofer Feld ausgetragen werden könne. „Die Integration eines Volksfestes in unser Nutzungskonzept halten wir für nicht verträglich. Dies gilt auch für eine zeitlich befristete Nutzung“, heißt es darin. „Das Ansinnen, das DAV sowie andere vergleichbare Veranstaltungen auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof durchzuführen, ist seit vielen Jahren Bestandteil der Anfragen und es wurde immer abgelehnt.“ Die Fachaufsicht und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hätten sich diesbezüglich in der Vergangenheit nach jeder Anfrage stets deutlich positioniert.

Die Tempelhof Projekt GmbH verweist darauf, dass das Areal künftig seiner historischen Bedeutung und seiner besonderen Lage in der Stadt entsprechende Nutzungen aufnehmen soll. Dazu gehören das Alliierten-Museum, das in den Hangar 7 einziehen wird, sowie weitere Ausstellungs- und Informationsflächen. „Das DAV bedeutet hinsichtlich der Dauer der Veranstaltung und den täglichen Öffnungszeiten eine prägende Dauerbelastung für das Umfeld. Ein solches Volksfest ist dem Ort unangemessen und eine unzumutbare Belastung für die Anwohner“, heißt es in der Erklärung. Dies sei auch den dort arbeitenden Menschen des Polizeipräsidiums, des Landeskriminalamts und der Verkehrslenkung nicht zuzumuten. „Auch der Blick auf die besondere verkehrliche Bedeutung des Tempelhofer Damms, der Kreuzung am Platz der Luftbrücke sowie die fehlenden Parkplatzkapazitäten in den direkt angrenzenden Wohnquartieren spricht gegen die Ausrichtung einer solchen Veranstaltung an diesem Standort.“

„Die sollen mal den Mund nicht so voll nehmen“, sagt Thilo-Harry Wollenschlaeger. Bei dem am 12. Mai auf dem Flughafenvorfeld ausgetragenen Jubiläumsfest zur Luftbrücke mit rund 50 000 Besuchern, übrigens von der Tempelhof Projekt GmbH veranstaltet, wären solche Vorbehalte auch nicht hinderlich gewesen. Er habe sogar angeboten, mit seiner alten Walzerbahn dort selbst teilzunehmen. „Die haben uns aber mitgeteilt, dass wir Schausteller nicht in das Konzept zu 70 Jahre Luftbrücke passen“, so Wollenschlaeger. Als privater Besucher habe er auf dem Fest dann jedoch Schausteller aus anderen Bundesländern gesehen, die unter anderem ein historisches Kettenkarussell betrieben. „Wir passen da nicht rauf, aber auswärtige Schausteller schon?“, fragt er. Für Wollenschlaeger nicht nachvollziehbar.

Unabhängig davon wäre ihm zufolge das DAV auf dem Tempelhofer Feld gut aufgehoben. „Wir würden nur etwa ein Prozent der Fläche benötigen. Man würde uns auf diesem großen Feld gar nicht wahrnehmen.“ Nach der Absage und trotz der schwierigen Standortsuche will er sich dennoch um eine Neuauflage im kommenden Jahr bemühen. 2018 waren rund 300 000 Besucher in den Marienpark gekommen. Die Fläche steht nicht mehr zur Verfügung, weil der Investor ein Rechenzentrum bauen lässt.

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