Die Zukunft ist gesichert
Zirkus Cabuwazi bleibt weitere drei Jahre auf dem Tempelhofer Feld

Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Die Linke) und Staatssekretär Stefan Tidow schneiden gemeinsam die Jubiläumstorte an. Rechts: Cabuwazi-Gründer Karl Köckenberger.
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  • Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Die Linke) und Staatssekretär Stefan Tidow schneiden gemeinsam die Jubiläumstorte an. Rechts: Cabuwazi-Gründer Karl Köckenberger.
  • Foto: Yves Sucksdorff
  • hochgeladen von Philipp Hartmann

Es ist eine gute Nachricht für Kinder, Jugendliche und deren Eltern. Der Zirkus Cabuwazi, dessen Vertrag für den Standort auf dem Tempelhofer Feld zum Jahresende ausläuft, darf bleiben.

Die Senatsumweltverwaltung hat eine Lösung für weitere drei Jahre gefunden. Lediglich ein Umzug der Zelte vom Eingang Columbiadamm zur Westseite muss dafür erfolgen.

Die frohe Botschaft verkündeten der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und der Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, Stefan Tidow (Grüne), bei der Jubiläumsgala anlässlich des 25-jährigen Bestehens von Cabuwazi. Zuvor war lange Zeit über das Ende des Tempelhofer Standorts spekuliert worden. Unklar war vor allem, ob der Zirkus mit dem Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes (ThF-Gesetz) vereinbar ist. Dieses schreibt seit dem Volksentscheid im Mai 2014 vor, dass die größte innerstädtische Freifläche nicht bebaut werden darf. Ein Vertrag zwischen dem Cabuwazi-Träger Grenzkultur gGmbH und dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten gestattete jedoch bis Ende 2019 die Nutzung. Gekoppelt war dies an das Containerdorf für Geflüchtete gleich nebenan, aus dem viele Kinder die Freizeitangebote des Zirkus gerne nutzten. In den Tempohomes, die bis Jahresende abgebaut werden, wohnt jedoch bereits seit Monaten niemand mehr.

Onlinepetition erhielt fast 1900 Unterstützer

Nach längerer Ungewissheit steht nun fest, dass Cabuwazi dennoch mindestens bis Ende 2022 das Tempelhofer Feld als sein Zuhause betrachten darf. Für den Verbleib hatte sich zwischendurch auch eine von Eltern gestartete Onlinepetition eingesetzt, die 1895 Unterstützer fand. „Das Kinder- und Jugendzirkus-Projekt hat für das Angebot der Flüchtlingsarbeit nach § 9 ThF-Gesetz eine Genehmigung für drei Jahre erhalten. Auf der Grundlage eines neuen Projektantrags kann Cabuwazi eine Verlängerung um weitere drei Jahre ermöglicht werden“, teilte die Senatsverwaltung für Umwelt und Klimaschutz mit. Cabuwazi-Sprecherin Julia Krautstengel erklärte bereits, dass ein solcher Antrag gestellt wurde. Neuer Vertragspartner ist die Grün Berlin GmbH, die das Feld verwaltet.

„Der Senat schätzt das Angebot, das Cabuwazi als Zirkusprojekt für geflüchtete Kinder und Jugendliche auf dem Tempelhofer Feld bereitstellt, sehr hoch ein“, betonte die Pressestelle gegenüber unserer Redaktion. Allerdings werden die gelb-rot gestreiften Manegen zukünftig nicht mehr am Columbiadamm zu finden sein. Nach § 9 des ThF-Gesetzes gibt es zwei Flächen auf dem Feld, die für die Flüchtlingsarbeit vorgesehen sind. Ein neuer Standort ist demnach am Tempelhofer Damm möglich, direkt neben dem Kopfgebäude West und dem Tower des ehemaligen Flughafens. „Hinsichtlich der Verkehrsanbindung hat dieser Standort deutliche Vorteile und würde für die wichtige Arbeit und die Angebote des Kinder- und Jugendzirkus förderlich sein“, schreibt die Senatsumweltverwaltung. Der Zeitpunkt des Umzugs steht jedoch noch nicht fest. „Wir freuen uns sehr, dass wir auf dem schönen Feld bleiben können, wenn auch an einem neuen Ort“, so Julia Krautstengel.

Autor:

Philipp Hartmann aus Tempelhof

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