Gefahr für Fußgänger
Bezirksamt appelliert an Autofahrer, mehr Rücksicht zu nehmen

Dicht an dicht stehen die Papiertonnen in der Greizer Straße. Anwohner rollen sie zur Straßenecke, damit sie geleert werden.
  • Dicht an dicht stehen die Papiertonnen in der Greizer Straße. Anwohner rollen sie zur Straßenecke, damit sie geleert werden.
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  • hochgeladen von Philipp Hartmann

Fußgänger haben es an einigen Kreuzungen nicht leicht. Berliner-Woche-Leser Andreas Schwiede aus Marienfelde beobachtet immer wieder gefährliche Situationen. Das Bezirksamt hofft vor allem auf mehr Einsicht bei den Autofahrern, wie aus einer Stellungnahme hervorgeht.

Zwei Kreuzungen hat Schwiede, der sich an unsere Redaktion wandte, besonders im Blick. Einmal die, an der sich Viktoria-, Wolfram-, Kunigunden- und Werderstraße in Tempelhof treffen. „Die wird rundherum zugeparkt“, sagt er. „Menschen mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen kommen oft gar nicht über die Straße.“ Gefährlich sei die Kreuzung auch, weil sie aufgrund der Falschparker schwerer einzusehen sei. Da direkt daneben die ufaFabrik liegt und sich ein Stück weiter in der Wolframstraße das Jobcenter befindet, sind hier viele Passanten unterwegs. „Die Situation ist bekannt. Leider verhalten sich die Kfz-Führer hier regelwidrig“, heißt es aus dem Bezirksamt. „Das Eckenparken ist nicht erlaubt. Entsprechend der Straßenverkehrsordnung müssen fünf Meter bis zum Scheitelpunkt frei bleiben.“ Für Fußgänger sei es „oftmals sehr schwierig“.

Ebenfalls verärgert ist Andreas Schwiede über die Falschparker in der Greizer Straße in Marienfelde. Dort würden Autos auf dem Gehweg stehen, weil beim Parken auf der Fahrbahn kein Durchkommen in der engen Wohnstraße mehr sei. Teils absurde Ausmaße habe dies angenommen. „Die Anwohner rollen schon die Papiertonnen zur nächsten Straßenecke, weil sich die BSR nicht mehr traut, da hineinzufahren. Ich denke, die haben Angst, dann steckenzubleiben und nicht wieder herauszukommen.“ Sein Vorschlag wäre ein Halteverbot. Das Bezirksamt wiederum verweist auf die engen Grenzen, welche die StVO hinsichtlich des Aufstellens zusätzlicher Verbotsschilder setze. „Dort, wo Parken schon durch eine andere Regel verboten ist, darf nicht noch zusätzlich ein Parkverbotsschild aufgestellt werden. Die hier geltende Regel lautet: Die Straße ist so eng, dass die Mindestrestbreite ein Parken nur auf einer Seite zulässt.“

Autofahrer, so der Appell des Bezirksamts, sollten mehr Rücksicht nehmen und die Regeln für den ruhenden Verkehr zum Wohl der Allgemeinheit einhalten. Falschparker zu identifizieren, scheint für die Mitarbeiter des Ordnungsamts oft nicht einfach zu sein. „Wenn eine Straße erst von beiden Seiten zugeparkt ist, ist meist nicht mehr nachvollziehbar, welches Fahrzeug zuerst geparkt wurde und damit der Falschparker ist“, so die Erklärung. Andreas Schwiede sagt, er hätte schon mehrfach das direkte Gespräch gesucht. Der Ordnungsdienst hätte sich jedoch geweigert, selbst aus Feuerwehrzufahrten Falschparker abzuschleppen. Das Bezirksamt weist diesen Vorwurf zurück. „Es ist auch zu bedenken, dass nicht alle Einfahrten, die mit einem Schild ‚Feuerwehrzufahrt‘ versehen sind, echte Feuerwehrzufahrten sind, wo ein Abschleppen gerechtfertigt wäre.“ Feuerwehrzufahrten müssten amtlich angeordnet sein, die Schilder seien aber zum Teil privat gekauft. „Wir werden den Außendienst des Ordnungsamts noch einmal für die Situation vor Ort sensibilisieren und bitten, verstärkt zu kontrollieren“, erklärt das Bezirksamt.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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