Immer auf Streifzug durch die Natur
Nancy Manke und Moritz Swars sind die neuen Stadtnatur-Ranger von Treptow-Köpenick

Moritz Swars findet, dass es in Treptow-Köpenick viele Orte gibt, an denen man die Stadt vergisst. Nancy Manke möchte durch freundliche Bürgeransprachen erreichen, dass die Menschen ihr Verhalten in der Natur selbst hinterfragen.
  • Moritz Swars findet, dass es in Treptow-Köpenick viele Orte gibt, an denen man die Stadt vergisst. Nancy Manke möchte durch freundliche Bürgeransprachen erreichen, dass die Menschen ihr Verhalten in der Natur selbst hinterfragen.
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Nancy Manke und Moritz Swars sind Treptow-Köpenicks neue Stadtnatur-Ranger. Das Modellprojekt der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz startete offiziell im Mai 2020, doch anfangs nur in wenigen Bezirken, weil noch qualifiziertes Personal gesucht wurde. Seit Anfang Januar haben alle Ranger ihre Arbeit aufgenommen.

Sie sollen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der Stadt leisten. Zu ihren Aufgaben gehören wissenschaftliche Datenerhebungen in Naturschutzgebieten, die Koordination von Arten- und Biotopschutzmaßnahmen und die Vernetzung mit anderen Akteuren aus Umwelt- und Naturschutz. Dafür sind die Ranger bei der Stiftung Naturschutz Berlin, die das Modellprojekt umsetzt, angestellt.

Der Hamburger Moritz Swars (30) ist erst vor zwei Jahren nach Berlin gekommen und wohnt in Kreuzberg. In Lüneburg (Niedersachsen) studierte er Umweltwissenschaften. Danach arbeitete er für ein Bergwaldprojekt in der Schweiz und absolvierte in Dresden eine einjährige Fortbildung zum Ranger. Kurz nach Ende der Ausbildung entdeckte er die Ausschreibung für die Stadtnatur-Ranger. Er bewarb sich und wurde genommen. Sein erster Arbeitstag war bereits Anfang November.

Mitte Dezember kam Nancy Manke dazu. Seitdem bilden sie ein Team, ohne sich vorher kennenlernen zu können. Das sei aber kein Problem gewesen. „Wir harmonieren und verstehen uns gut, weil wir kommunikativ und so offenherzige Typen sind“, sagt die 29-Jährige. Wie ihr Arbeitskollege kommt auch sie nicht aus Berlin. Aufgewachsen ist die Brandenburgerin in Oranienburg. Nach ihrem Bachelorstudium in Landschaftsnutzung und Naturschutz in Eberswalde machte sie in Bernburg (Sachsen-Anhalt) ihren Master in Naturschutz und Landschaftsplanung. Nebenbei arbeitete sie da bereits in einem Planungsbüro und ehrenamtlich beim Naturschutzbund. Heute wohnt sie in Lübben im Spreewald und pendelt jeden Tag mit dem Zug.

Treptow-Köpenick war beiden zunächst wenig bekannt. In den ersten Wochen mussten sie sich erst einmal einen Überblick verschaffen. Sie unternahmen Erkundungstouren und stellten schnell fest, dass der Bezirk für ihre Tätigkeiten ideale Voraussetzungen bietet. Eine interessante Entdeckung machten sie im Spreepark, wo sie Spuren von Bibern finden konnten. „Ich fand Treptow-Köpenick sehr reizvoll, denn hier haben wir den größten Anteil an Wald- und Wasserflächen“, sagt Nancy Manke. Waldreiche Bezirke haben auch Moritz Swars schon immer interessiert. Einen Beruf wie ihren in einer Metropole auszuüben, sei „eine großartige Erfahrung“. Ihre Kerngebiete sind der Plänterwald, das Erpetal, der Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug, das ehemalige Flugfeld Johannisthal sowie die Wuhlheide. „Ich finde die Gosener Wiesen sehr schön, aber fühle mich auch in der Wuhlheide wohl“, berichtet Moritz Swars.

Bei jedem Wetter sind sie unterwegs. Meist starten sie vom Umwelt- und Naturschutzamt am Rathaus Treptow. Dort profitieren sie auch von der Erfahrung langjähriger Mitarbeiter sowie der technischen Ausrüstung. Sie selbst werden von der Stiftung Naturschutz gut ausgestattet, haben Taschenmesser, Taschenlampen, Ferngläser, Tablet, Laptop, Erste-Hilfe-Set und Wildtierkamera dabei und können auf Dienstauto und -fahrräder zurückgreifen. Hinzukommt dunkelbraune Dienstkleidung, die noch mit einem Ranger-Aufnäher bestückt wird. So sind die beiden leicht zu erkennen. Das ist auch gewollt, denn sie sollen als Ansprechpartner bei Fragen zum Naturschutz fungieren. Aufgaben von Parkläufern oder des Ordnungsamts übernehmen sie nicht. Allerdings weisen sie beispielsweise Hundehalter freundlich darauf hin, ihren Vierbeiner in Schutzgebieten bitte an die Leine zu nehmen, um andere Tiere zu schützen. In Zukunft wollen sie für interessierte Bürger Ranger-Touren anbieten. Genau geplant haben sie diese noch nicht. Fest steht bislang nur der „Lange Tag der Stadtnatur“ am 12./13. Juni.

Dass ihr Job vorerst nur bis zum Ende der Projektlaufzeit im Dezember gesichert ist, beunruhigt beide nicht. „Wir haben großes Vertrauen, dass es nach 2021 weitergeht“, sagt Moritz Swars. Es ist ihnen zu wünschen, denn beide können bestätigen, als Ranger ihren Traumberuf gefunden zu haben.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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